Verkaufen mit Liebe – gibt’s sowas?

Über das Thema Liebe wird meist im Zusammenhang mit Partnerschaften oder uns nahestehenden Mitmenschen gesprochen. Doch ist eine warmherzige Lebenseinstellung genauso auch wichtig für beruflichen Erfolg.

Der übliche Verkaufsprozess

Betrachten wir uns beispielsweise Vertriebsmitarbeiter oder Selbständige: Diese Berufsgruppe hat klare Verkaufsziele oder Absatzvorgaben. Das bringt für die zuständigen Vertriebler natürlicherweise inneren Druck mit sich, der sich nicht selten unbewusst auf Kunden überträgt. Der Grund dafür ist, dass viele Menschen nämlich, ohne es zu wollen, unter Druck anders mit ihren Mitmenschen umgehen als bei innerer Ruhe und Gelassenheit. Dementsprechend spüren Kunden, ob sie unter Kaufzwang stehen oder nicht. Doch kein Kunde bzw. Mensch möchte sich nur als Objekt zum Zwecke der Erfüllung von Zielen einer anderen Person wahrnehmen! Würde ein Kunde das so fühlen, gestaltet sich ein Verkaufsprozess mitunter schwieriger und am Ende ist der Verkäufer eventuell weniger erfolgreich, als wenn er aus innerer Gelassenheit heraus handeln würde.

Genau das ist auch ein Grund, warum viele Menschen, ohne Druck (z.B. wenn sie bereits erfolgreich sind) oft noch erfolgreicher werden. Sie gehen viel entspannter mit ihrer Umwelt und so auch mit ihren Kunden um. Die Kunden bemerken, dass ihnen etwas angeboten, jedoch nicht etwas aufgedrängt wird.

Doch nicht jeder ist bereits erfolgreich oder hat einen Chef, dem es einiges zu beweisen gilt. Wie kann trotz hohen Erfolgsdrucks dennoch anders gehandelt werden?

Mit warmherziger, liebevoller innerer Haltung zum Erfolg

Schaut man sich klassische Vertriebsmannschaften an, würde man wohl schämisch lächeln, wenn jemand vorschlagen würde, eine liebevolle Grundhaltung einzunehmen, um mehr Erfolg zu haben. Warmherzigkeit und Liebe ist nicht gerade das, was mit Business assoziiert wird. Diese Begriffe ordnet die Allgemeinheit der Menschen eher im esoterischen Umfeld ein. Doch auch im Business-Bereich können diese Eigenschaften Wunder bewirken!

Vergleichen wir zwei vollkommen unterschiedliche Herangehensweisen, um zu erkennen, warum eine liebevolle Denkweise und Einstellung nicht nur im Privatleben, sondern auch im Business-Kontext den entscheidenden Unterschied für mehr Erfolg machen kann.

KLASSISCHER VERTRIEB

  • Die Vertriebszahlen bestimmen vollkommen das Leben des Vertrieblers und damit auch den Umgang mit dem Kunden. Im Vordergrund stehen also erst einmal die eigenen Ziele und ein “ich muss”. Das hat eine Fixierung auf die eigene Person zur Folge.
  • Unter Druck haben viele Menschen weniger Einfühlungsvermögen. So können sie sich mitunter nicht ähnlich gut in Ihre Kunden hineinversetzen als wenn sie aus einem Zustand der inneren Gelassenheit heraus handeln würden.
  • Vertriebler entwickeln ein Mangelgefühl, denn sie haben in aller Regel immer offene Ziele und bis dahin noch zu wenige Umsätze. Selbsterklärend werden Sie die meiste Zeit unbewusst ein Gefühl des Mangels wahrnehmen, weil Sie sich ja mehr Zeit mit fehlenden Umsätzen als mit erfüllten Umsätzen beschäftigen.

Zusammengefasst fängt der Denkprozess im klassischen Vertrieb bei der eigenen Person und den eigenen Vorgaben an. Es stehen rein äußere Vorgaben (Ziele) und das eigene Wohl (Opportunismus) im Vordergrund. Sie überlegen sich, wie sie diese erfüllen wollen. Unterschwellig werden sich diese Vertriebler unbewusst als Bittsteller präsentieren – übertrieben ausgedrückt als Bettler.

Folge: Die Kunden werden (zumindest unbewusst) spüren, dass es dem Vertriebler rein um DEREN Zielerreichung, also ums blanke Verkaufen geht. Nicht um das Wohl des Kunden. Kunden verschließen sich. Einen Gefallen um sich selbst zu schaden werden sie dem Vertriebler wohl nicht machen.

WARMHERZIGER VERTRIEB

  • Innere Grundlage hierfür ist eine universelle, liebevolle Grundhaltung. Mit sich, den Mitmenschen und dem ganzen Universum. Diese Grundhaltung ist die Basis für alles weitere. Wer warmherzig und liebevoll ist, wird nur das Beste für alle wollen. Es werden die eigenen Bedürfnisse nicht über die der anderen gestellt, sondern es wird versucht, eigene Bedürfnisse immer im Einklang mit den Bedürfnissen anderer zu bringen.  Zwar gibt es auch Vertriebsziele oder Vorgaben. Es herrscht aber nicht nur eine Fixierung auf die eigene Person und eigene Ziele, sondern es wird stets auch die Umwelt bzw. das Ganze wahrgenommen.
  • Durch eine veränderte Lebenseinstellung können die Kunden anders wahrgenommen werden und es entwickelt sich mehr Gespür und Einfühlungsvermögen für die Kunden. Selbst ist es einem wichtig, dass sich die Kunden gut fühlen. Das wird aber nicht berechnend getan, um ein gutes Feedback oder Empfehlungen zu erhalten. Sondern, weil es zur eigenen Lebenseinstellung einfach anders nicht passt. Wer innerlich in Liebe ist, möchte keinem anderen Schaden zufügen und stets das Beste auch für seine Umwelt.
  • Wenn irgendwie möglich, wird danach gestrebt, vor allem Produkte anzubieten, hinter denen man selbst steht. Denn nur dann können die angebotenen Produkte authentisch repräsentiert werden und der Kunden spüren, dass man es wirklich gut mit ihnen meint. Wenn das im derzeitigen Job nicht möglich ist, sollte ein Job- bzw. Produktwechsel zumindest als mittelfristiges Ziel angestrebt werden.

Folge: Es entwickelt sich eine vollkommen neue Sichtweise zur Welt und Ausstrahlung auf die Umwelt. Man wirkt authentisch. Die eigene Person und seine Produkte entwickeln eine eigene Anziehungskraft, weil diese zu einem passen und Authentizität ausstrahlen. Der Kunde spürt, dass er dem Vertriebler, nicht nur zur Zielerfüllung, sondern wirklich als Person wichtig ist. Der Vertriebler möchte aus innerem Interesse die Bedürfnisse des Kunden kennenlernen, nicht aber, weil man das in Verkaufsschulungen so gelernt hat.

Vertriebler, die den warmherzigen Vertriebsweg wählen, haben natürlich auch Ziele und wollen auch von ihren Einnahmen leben. Es ist schließlich ihr Job. Aber sie haben von Grund auf eine andere innere Haltung und Prinzipien nach denen sie handeln. Dadurch haben sie wiederum eine vollkommen andere Ausstrahlung.

Im Falle der Vertriebs mit liebevoller Grundeinstellung fängt der Verkaufsprozess immer beim Kunden an (nicht beim Vertriebler oder dem Unternehmen). Nur, wenn ein Kunde wirklich das Gefühl hat, dass es der andere ehrlich und gut mit einem meint, wird er sich öffnen und dauerhaft offen bleiben.

Übrigens: Es mit den Kunden gut zu meinen ist nicht zu verwechseln mit Aufopferung. Grenzen setzen zu können (z.B. nicht immer und überall für alle erreichbar zu sein) und auch für seine Bedürfnisse zu sorgen gehört zu einer liebevollen Grundhaltung genauso dazu.

Zusammenfassung

Was eine gute Ausstrahlung und innere Haltung bewirken kann, hat der eine oder andere sicher bereits selbst auch schon erlebt: Wenn es schlecht läuft, fällt einem alles schwer und man glaubt, als sei man von einer Pechsträhne verfolgt. Wenn es hingegen gut läuft, läuft meist auch alles andere leichter. Die Arbeit geht dann wie von alleine von der Hand und man hat das Gefühl, dass man von alleine all die schönen Dinge des Lebens oder sympathische Menschen anzieht.

Oft ist das in solchen guten Phasen auf eine ganz einfache psychologische Erklärung zurückzuführen: Wenn es einem gut geht, fühlt man sich wohler und wirkt dementsprechend lebensfroher. Gleichzeitig kann man mehr nach dem eigenen Gefühl leben, was wiederum zu Folge hat, andere Menschen bewusster wahrzunehmen und selbst authentischer zu erscheinen.

Es lohnt sich, seine eigene Grundhaltung zu betrachten. Oft wird nur von positivem Denken gesprochen. Das jedoch ist sehr allgemein. Wer mit sich und seiner Umwelt in Liebe ist, eine warmherzige Grundhaltung einnimmt, wird nicht nur sein eigenes Leben vollkommen neu erleben, sondern auch die Mitmenschen um sich herum. Und das nicht nur im Privatleben, sondern ebenso im beruflichen Alltag, was nicht selten auch zu mehr Gewinn führt.

Hier gibt es noch mehr Erklärungsansätze, warum das funktioniert.