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Buchempfehlung: Die vierzig Geheimnisse der Liebe (von Elif Shafak)

Wundervoller Roman über den bekannten Sufi-Dichter Rumi, seinem spirituellen Gefährten Schams und vierzig Gedanken zur Liebe

Liest du gerne vor dem Einschlafen einen schönen Roman, der sich flüssig lesen lässt und zum Träumen einlädt? Und gleichzeitig beschwingende Tiefgründigkeit beinhaltet? Der Roman Die vierzig Geheimnisse der Liebe verzückt nicht nur durch sein liebevoll gestaltetes, äußeres Erscheinungsbild. Er begeistert vor allem durch eine für Westeuropäer kulturell fremde Romanhandlung im nahen Osten des 13. Jahrhunderts in Kombination mit Weisheiten, die zum Nachdenken anregen.

Die Lektüre lebt von verschiedenen Romanfiguren und deren unterschiedlicher Sichtweise: So hat der Leser die Möglichkeit, Weltbilder, Kulturen und Religionen systemisch aus den verschiedensten Blickwinkeln zu erleben. Elif Shafak lässt ihre Charakteren die gleichen Situationen abwechselnd aus unterschiedlichen Blickwinkeln erzählen und so eine Gesamthandlung mit Weitsicht entstehen. Der Leser schlüpft in die teilhabenden Charaktere und erlebt hautnah, wie gleiche Situationen vollkommen unterschiedlich wahrgenommen werden können.

Es laufen parallel zwei in sich verzahnte Handlungsstränge ab: Die eine Handlung im bereits erwähnten Mittelalter zwischen Tadschikistan, dem heutigen Afghanistan sowie der heutigen Türkei. Die andere in der Neuzeit an der Ostküste der USA.

Der Leser lernt die Weltsicht des Sufismus* kennen, dessen Hauptfigur, ein Wanderderwisch zu Zeiten des Mittelalters namens Schams, von seiner Einstellung, seinem Lebensweg und seiner Sicht der Liebe erzählt. Das alles findet statt im schon damaligen Spannungsfeld unterschiedlicher Religionen, Auslegungen und kriegerischen Auseinandersetzungen. Im Roman macht sich der gebildete Derwisch Schams keine Freunde, weil er Konventionen oft bewusst bricht, um seine Umwelt zum Nachdenken zu bewegen, oder, weil er einfach aus seiner Weltsicht heraus konventionslos handelt. Gleichzeitig hegt er das Vertrauen, das alles kommt, wie es kommen muss.

*(Als Mystiker sind für Sufis nicht vom Menschen niedergeschriebene, religiöse Vorschriften die alleinige Orientierungsquelle, sondern eine direkte Unmittelbarkeit zu Gott/dem Ganzen. Wege, dies zu erreichen, finden sie in Meditation, Askese oder auch Ekstase)

Der Roman zeigt einen Wendepunkt im Leben von Schams, an welchem er sich einen Weggefährten erhofft, mit dem er sich -auf gleichgesinnter, hoher, geistig-verbundener Ebene- austauschen und Erfahrungen teilen kann. Der Zufall will es, dass an einem anderen Ort der berühmte Mystiker und spätere Dichter Rumi nach Gleichem sucht. Es treffen von außen betrachtet zwei sehr unterschiedliche Menschen aufeinander – der eine unbekannt, geduldet und ohne materiellen Besitz, der andere angesehen, berühmt und materiell wohlhabend.

Sie erkennen jedoch schon beim ersten Treffen, dass es ihr sehnlichster Wunsch ist, sich einander auszutauschen und verschmelzen schon bald zu einer tiefen, symbiotischen, geistig-spirituellen Freundschaft. Man könnte auch von einem Einssein zweier Menschen sprechen – zweier Männer, die erst im Gemeinsamen erleben, spirituell ankommen.

In dem parallelen Handlungsstrang der Neuzeit wird das Leben der amerikanischen Lektorin Ella durch genau diesen Roman über Schams und Rumi stark beeinflusst und am Ende vollkommen neu geordnet: Sie sucht den Austausch mit dem Autor und verliebt sich in ihn. Es kommt zu einer tiefen Verbundenheit und Erfahrungen, welche ihr zuvor unglückliches Leben, ihre bisherige Familienwelt sowie ihre bis dahin gelebte Rolle als fürsorgliche, angepasste Mutter und Ehefrau gehörig ins Wanken bringt.

Die im Titel des Buches angekündigten vierzig Weisheiten und Gedanken zur Liebe werden auf die ca. 500 Seiten des Romans verstreut und verstecken sich in Gestalt von Schams’ Gedanken, die er kontextbezogen Stück für Stück, von sich preisgibt.

Es mag zum Thema Liebe kraftvollere Bücher geben. Gleichwohl ist dieser Roman eine wundervolle und gekonnt geschriebene Lektüre. Überdies regt das Buch zum Nachdenken an und versucht, den Horizont der eigenen Wahrnehmung zu erweitern. Dies ermöglicht Elif Shafak auf spannende Art und Weise, in dem sie ein und dieselbe Geschichte durch die Augen verschiedenster Menschen betrachten lässt.

Systemisch arbeitende Therapeuten und Berater werden sich bei dieser Art der Romangestaltung mitunter an ihre Arbeit erinnert fühlen. Generell kann sich der Leser so, unabhängig von der ohnehin schönen Geschichte, von Kapitel zu Kapitel auf die nächste Sichtweise freuen.

Erfahre hier mehr über diesen Roman:

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Was ist für dich Liebe, Schatz?

Liebe und Liebesbeziehung

In Gesprächen zwischen Mann und Frau kommt manchmal in Kennenlernsituationen oder bestehenen Beziehungen die Frage auf, was für den anderen Liebe bedeute. Gemeint ist dabei aber eigentlich, wie sich der andere eine Liebesbeziehung vorstellt.

Liebe an sich

Liebe zu beschreiben ist komplex, denn womöglich erlebt jeder Mensch dieses wunderbare Gefühl anders. In einem früheren Beitrag ging es daraum, Liebe zu beschreiben. Liebe auch zu trennen von dem reinen Gefühl der Zuneigung zu einer anderen Person. Liebe also als etwas wahrzunehmen und zu leben, was vollkommen unabhängig von anderen Personen bestehen kann. In einem anderen Beitrag ging es darum, Liebe nicht zu verwechseln mit Beziehungsabhängigkeit (eine sehr häufige Interpretation von Liebe).

Eine der wichtigsten Eigenschaften von Liebe ist Bedingungslosigkeit. Liebe ist nicht abhängig von einer anderen Person oder einer Gegenleistung. Wer in wahrer Liebe ist, fühlt sie und lebt sie. Handlungen aus dieser Liebe heraus, zum Beispiel Geschenke oder Liebesbekundungen, werden also getan, weil man fühlt, dass man dies oder das geben möchte. Aus einem wunderbaren warmen Gefühl heraus. Nicht, weil man etwas erwartet.

Wer sich auch nur im leistesten dahinter erhofft, eine Gegenleistung zu erhalten, handelt nicht mehr aus wahrer Liebe heraus. Dann könnte man eher von Verzweiflung sprechen, etwas zu tun, um selbst etwas Zuneigung zurück zu bekommen! Wenn zwei Menschen sich lieben, werden beide Menschen geben wollen. Ganz auf Ihre Art. In der Menge, wie es sich für sie gut anfühlt. Wichtig dabei ist, zu unterscheiden, zwischen den Handlungen, die aus Liebe heraus erfolgen, und denjenigen, die entweder unbewusst oder gar berechnend erfolgen. Jedes hoffen, wann der andere denn nun endlich eine SMS zurückschreibt oder denn endlich nun auch ein schönes Kompliment im Gegenzug macht, geschieht nicht aus wahrer Liebe. Das mag eher ein Tauschhandel sein: “Ich gebe Dir dies, nun gib du mir das!”. Wahre Liebe aber ist bedingungslos.

Liebesbeziehung und die Eigenschaft Vertrauen

Liebe ist das übergeordnete Gefühl, das auch dafür verantwortlich ist, warum in der Regel zwei Menschen überhaupt zusammenkommen…eine Liebesbeziehung ist somit eine Ausprägung der Liebe.

Wenn nun der eine den anderen fragt, was für den anderen Liebe sei, meint er oder sie wohl eher: “Was wünschst du dir in einer (oder unserer) Liebesbeziehung?”. Eine der wichtigsten Eigenschaften einer Beziehung ist wohl Vertrauen. Warum gibt es Eifersucht? Warum wartet der andere ganz nervös darauf, dass der andere endlich ein Lebenszeichen von sich gibt, nachdem ja schon 2 Stunden vergangen sind, seit dem letzten Kontakt! Möglicherweise gibt es einen Mangel an Vertrauen. Denn im gleichen Zuge wird mitunter gedacht: “Liebt er/sie mich wirklich?”. Eine Erklärung könnte sein, dass das eigene Selbstbewusstsein da spricht und einem nur zeigt, wo in die eigenen Schwachstellen sind. Das Verhalten des anderen wird zum Anlass genommen, von sich selbst abzulenken, anstatt seine eigenen Gefühle zu reflektieren: Warum habe ich Eifersucht? Warum zweifle ich sogleich die Zuneigung zu mir im Gesamten an? Was hat mein Zweifeln mit mir zu tun?

Ein Paar, das bedingungslos in Liebe ist (beide sind also in Liebe miteinander, aber nicht abhängig von der anderen Person) und in dessen Liebesbeziehung Vertrauen vorherrscht, wird den Partner ziehen lassen, wo auch immer er/sie geht. Und beide Partner wissen, das, was untereinander vereinbart wurde, eingehalten wird. Wenn der andere eine Vereinbarung nicht mehr so haben möchte, dann spricht er dies offen und ehrlich an. Daraus kann eine neue Vereinbarung entstehen. Vertrauen liegt somit einem ausgesprochenen oder unausgesprochenen Vertrag zugrunde. Ein Beispiel für solche ein Vertrag könnte die Vereinbarung sein, dem anderen treu zu sein. Vertrauen beruhigt. Vertrauen ist die Grundlage einer jeden guten Beziehung ist Vertrauen. Ist Vertrauen zu wenig vorhanden, kommt es zu Stress jeglicher Ausdrucksform. Die Beziehung wird eventuell angezweifelt. Dies kann sich ausdrücken anhand von Eifersucht.

Dabei geht es aber gar nicht zwingend um Liebe, sondern oft um Vereinbarungen innerhalb von Liebesbeziehungen. Und es geht um die eigene Person: Denn bei zwei unterschiedlichen Personen in gleicher Situation kann sich ein Gefühl vollkommen anders ausprägen.

Lebst du eine vertrauensvolle Beziehung und in echter Liebe in Dir?

Von Herzen Lachen zum Beispiel mit Lachyoga

Herzlich Lachen

Was passiert mit Menschen, die in Liebe sind? Ihr Herz lächelt. Ein gewöhnliches Zeichen hierfür ist, sie lächeln auch öfter über Ihre Lippen. Liebevoll und herzlich. Oft wird der Dalai Lama hierfür als Beispiel gebracht: Es scheint, als ob er die allermeiste Zeit lächelt. Mag er doch wohl in Liebe sein, mit sich, seiner Umwelt und dem Ganzen. Er selbst beschreibt es auch so: Es sei so schön zu lachen, er genieße es sehr!

Weniger liebevoll ist das dreckige Lachen eines jenen, der sich über jemand anderen amüsiert. Trockener ist das gerade so herausgebrachte Lachen eines mitunter wenig in Liebe seienden Zeitgenossen. Sicherlich kennst Du es, wenn jemand anders oder Du selbst lachen sollst, aber eigentlich gar keine Lust dazu hast. Richtig schade ist es, wenn gar nicht mehr gelacht wird!

Lachen macht Dich locker, erheitert Deine Seele und bringt Dich zurück auf den Boden (wenn Du Dich dort kringelst vor lachen dann sogar im wahrsten Sinne des Wortes!). Ganz nebenbei steigert es Dein Wohlbefinden und stimuliert in bester Art und Weise Dein Immunsystem. Du wirst offener, wieder in Liebe zu sein. Lachen in Dein Leben zu lassen sowie herzlich zu lächeln macht aus Dir einen glücklicheren Menschen.

Lachyoga

Wenn Du nicht mehr richtig lachen kannst, kannst Du es wieder erlernen. Einfach so, ohne Witze hören oder Filme schauen zu müssen. Mein Tipp: Schau Dir doch Mal ein paar Videos über Lachyoga an. Allein beim Zusehen, wirst Du wahrscheinlich mitgerissen: http://www.youtube.com/watch?v=Z2xYLUQSFHE

Tipp: Eine Woche lang täglich diese Lachübungen mitmachen. Beobachte Dich, wie es Dir dann geht! Kannst Du dann auch wieder herzlicher und wie von alleine Deinen Mund beim Lächeln nach oben ziehen und Deine Augenwinkel sowie Wangen entspannen? Bestimmt aber wirst auf jeden Fall wieder etwas lockerer. Du kommst aus versteifenden Gedanken heraus und kannst leichter in Liebe sein – mit Dir, Deiner Umwelt und dem Ganzen…

Praktische Anwendung im Leben – Schaue an, wie Lachen die Leute um Dir herum mitreisst:

http://www.youtube.com/watch?v=udlNOIF_HKk

http://www.youtube.com/watch?v=EeauvE1M7qc

Erziehung mit Liebe

Bei den Gedanken an Ihre Kinder bekommen Eltern wohl meist sogleich Gefühle von warmer Herzensliebe. Kinder und Eltern – eine wunderbare Liebesbeziehung. Kinder lieben Ihre Eltern und Eltern ihre Kinder. Zwar kann es manchmal im Alter des Erwachsenwerdens zu Streitigkeiten oder gar Zerwürfnissen kommen. Aber in aller Regel hält diese Liebe ein Leben lang.

Welche Eltern würden sich als unliebevoll bezeichnen?

Umso erstaunlicher aber die Tatsache, dass Erziehung in vielen Familien gar nicht so liebevoll stattfindet. Dabei muss man gar nicht an offensichtlich haarsträubende Dinge denken. Oft fängt es schon bei der Einstellung der Eltern an: Statt neugierig auf ihre wunderbaren kleinen Wesen zu schauen, welche Charaktereigenschaften, Fähigkeiten und Begabungen in ihnen schlummern, wird zwar mitunter die Einzigartigkeit jedes Kindes wahrgenommen, aber nicht wirklich ernst genommen. Kinder sollen gefälligst tun, was die Eltern für gut heißen! Kinder werden dabei dann mitunter zu Erfüllungsgehilfen der eigenen Wunschbilder der Eltern reduziert, nicht als Menschen und damit nicht wirklich würdevoll als geliebter Mensch wahrgenommen oder behandelt.

So wird zum Beispiel das Kind in allerlei Kurse geschickt, ohne erst einmal zu schauen, was die Vorlieben, Begabungen und Bedürfnisse des Kindes sind. So soll mitunter das Kind zu einem großen Klavierspieler werden, weil die Eltern selbst immer den Wunsch hatten, aber es nicht auf die Reihe bekamen. Andere Paare benutzen Ihre Kinder als Druckmittel, um eigene Interessen beim anderen Partner durchzusetzen.

Wo fängt Gewalt an?

Noch viel auffälliger wird ein herzloses Verhalten, wenn Kinder unter Zuhilfnahme Gewalt „erzogen“ werden. Dabei muss Gewalt gar nicht körperlich sein. Sie kann genauso verbal geschehen. Entweder durch eine unschöne, harte Wortwahl oder durch Geschrei. In der Tat ist es so, dass sich viele Eltern nicht zu helfen wissen und Geschrei als wirksame Lösung wahrgenommen wird. Manchmal wird auch gar nicht erst soweit gedacht und Geschrei als völlig normal, weil natürlich herausplatzend, empfunden. Auf Nachfrage antworten dann diese Eltern manchmal: „Das ist einfach bei uns immer laut, das war schon immer so, unser Kind ist einfach kompliziert. Es hört nur so.“ Andere sagen vielleicht: „Aber ich wollte doch nur das Beste – ich wusste es einfach nicht besser!“.

Sind diese Eltern in Liebe? In Liebe mit sich selbst und ihrer Familie? Es scheint, dass das Erforschen wahrer Liebe für manche Eltern sehr nützlich sein kann, um in der Lage zu sein, ihre Erziehung in ebenso wahrer Liebe zu gestalten. Eben, um dabei auch unterscheiden zu können, zwischen eigenem Bedürfnis und dem Bedürfnis des Kindes.

Bitte richtig verstehen: Es geht nicht um ein Plädoyer für eine Erziehung ohne Grenzen! Ganz und gar nicht geht es darum, eigene Kinder zu verhätscheln und alles zuzulassen, was das Kind tut. Grenzen, sofern geeignet, können sogar dem Kind helfen. Aber wenn das Kind benutzt wird, um eigene Interessen durchzusetzen, unter dem Vorwand des Wohles für das Kindes, ist die Erziehung faul … und vor allem ist die Liebe faul. Sie ist unaufrichtig.

Platz für Liebe in der Erziehung fängt in dir, nicht beim Kind an

Wenn Du Kinder hast und das nächstes Mal eine große Herausforderung wahrnimmst in Bezug auf die Erziehung Deines Kindes, versuche achtsam zu sein auf die Bedürfnisse von Dir und den Bedürfnissen Deines Kindes. Was davon ist wirklich gut für Dein Kind und was ist nur ein Bedürfnis von Dir? Versuche, in Dich hineinzuspüren und mit Dir selbst in Liebe zu sein. Liebe ist bereits in Dir. Sie möchte nur kultiviert werden. Versuche zu lieben, ganz generell in Liebe zu sein – mit Dir, mit Deiner Umwelt, mit dem Ganzen. Vielleicht sammelst Du ja über diesen Blog Erfahrung zu diesem Thema, um diesem Gefühl mit der Zeit immer näher zu kommen.

Versuche dann, Deine Erziehung mit anderen Augen zu betrachten und auszuüben. Mit einem liebevollen Lächeln auf Deinen Lippen, einer entspannten Gesichtsmuskulatur, einer warmen und herzlichen Haltung in Deinem Herzen, wenn Du Deinem Kind begegnest. Vielleicht hast Du ja mit der Zeit auch mehr das Bedürfnis, Dein Kind zu streicheln und in den Arm zu nehmen? Wenn Du wirklich in Liebe mit Deinem Kind bist, werden Dir viele unliebevolle Taten bewusst werden. Akzeptiere Vergangenes, aber sei bereit, Dich zu verändern. Keinem Menschen, mit dem Du in wahrer Liebe bist, wirst Du Gewalt antun wollen oder ihn für Deine Zwecke benutzen wollen. Ganz gleich, wie überfordert Du Dich mitunter in Deiner derzeitigen Situation fühlst.

Solltest Du Dich in bestimmten Fragen dauerhaft überfordert fühlen – hole Dir Ratschlag bei erfahren Beratern, Therapeuten oder Beratungsstellen. Manchmal musst Du Herausforderungen nicht alleine lösen! Du holst Dir bei Computerprobleben ja auch Rat bei Experten, warum nicht ebenso bei Herausforderungen mit Deinen Liebsten? Löse eher Deinen Stolz oder Deine Bequemlichkeit, Gewohnheiten zu durchbrechen. Deinem Kind zu Liebe: Sei in Liebe.

 

Eifersucht, Verlustangst, Loslassen und Liebe

Was hat Loslassen und Angst mit erfüllter partnerschaftlicher Liebe zu tun?

In Liebe sein mit einem Partner verbinden viele Menschen mit Gefühlen wie Eifersucht, Angst vor Verlust oder dem Wunsch nach mehr Zuneigung. Dabei passiert folgendes: Sie klammern sich mehr und mehr an ihren so geschätzten Partner. Sie versuchen, ihn mitunter sogar durch Verbote (z.B. andere Frauen oder Männer nicht anzuschauen, pünktlich Zuhause zu sein, an bestimmte Orte nicht gehen zu dürfen) , Gebote („wenn du dich nicht 2 mal am Tag meldest, dann kannst du mich nicht lieben“) oder theatralische Showeinlagen (Weinen, beleidigt sein, drohen sich etwas anzutun), an sich zu binden. Das nennen viele dann Liebe: „Aber ich liebe ihn doch nur, ich mache das doch nur aus Liebe“)

Was aber passiert da genau? Der Partner wird nicht durch Liebe gewonnen, sondern durch das Gegenteil, nämlich Angst, manipuliert. Der Partner wird bei genauem Hinsehen als Besitz behandelt. Oder als Mittel zum Zweck, damit man sich selbst besser fühlt, weil man ohne nicht mit sich zurechtkomt. Ist das Liebe? Aus dem anderen einen Gegenstand zu machen? In diesem Zusammenhang wird Liebe und Angst durcheinander gebracht. Mit großer Wahrscheinlichkeit glauben die meisten sogar, in diesen Situationen aus Liebe zu handeln. Sie erkennen erst bei genauerem Hinsehen, dass es die Verlustangst ist, die diese schmerzlichen Gefühle hervorruft und die dann als Folge die Triebkraft für das oben beschriebene Festhalten ist. Doch Festhalten oder gar Festklammern kann nicht die Lösung sein, einen Partner für sich zu gewinnen. Im Gegenteil: Durch die Einengung und dem damit verbundenen Mangel an Liebe (stattdessen viel Stress in der Beziehung) ist es kein Wunder, wenn der Partner genau das Gegenteil wählt: Sich zu entfernen, statt die (drohende!) Nähe zu erwidern.

Nun wird auch klar, warum loslassen hier die Lösung ist: Je mehr ich innerlich in Liebe bin, Vertrauen aufbaue, bin ich in der Lage, Liebe zu schenken und ein herzliches Miteinander in Respekt zu leben. Für welche Beziehung würdest Du Dich entscheiden. Für die letztgenannte, herzliche, oder für die oben beschriebene, einengende Beziehung?

Loslassen ist ein Prozess und funktioniert vielleicht nicht von heute auf morgen, wenn Dir bereits allzu lange das alte Denken vertraut ist. Aber eine glückliche Beziehung fängt bei Dir innen an, nicht beim anderen. Nur Du kannst es lernen, Ängste zu überwinden und in Vertrauen den Partner loszulassen. Dabei heißt loslassen nicht, dass Dein Partner gehen soll. Im Gegenteil, Du erkennst an, dass Du Deinen Partner nie, auch nicht durch Verlobung oder Heirat lebenslang an Dich binden kannst. Es ist vielmehr das Glücksgefühl und die Liebe zwischen Euch, die eine Beziehung trägt. Diese zu fördern, anstatt durch Enge zu belasten, heißt doch, in Liebe zu sein.

Erkenne an, dass es Ängste sind, die Dein Handeln oft beeinflussen. Hab den Mut, Dir das einzugestehen. Wenn Du das kannst, versuche im nächsten Schritt hineinzuschauen in Deine Ängste: Wie fühlen sie sich an? In welchen Körperregionen spürst Du Deine Ängste? Gibt es etwas, was Deine Ängste Dir sagen würden, wenn sie sprechen könnten? Vielleicht möchtest Du ja sogar einfach einmal versuchen, mit Deinen Ängsten in Kontakt zu treten und so tun, als ob Du mit ihnen sprechen und einen Dialog führst? Was antworten Dir Deine Ängste?

Umarme sie. Ja, umarme Deine Angst. Schenke Deiner Angst Liebe. In dem Du das tust, schenkst Du Dir selbst unendlich viel. Du respektierst Deine Ängste, schaust nicht weg. Du nimmst sie ernst und damit auch Dich. Ängste sind ein schützender Teil in Dir, die Dir eigentlich etwas Gutes tun wollen: Sie wollen Dich davor bewahren in Situationen zu kommen, die Dir vermeintlich weh tun – als eine Folge aller Handlungen und Situationen Deiner Vergangenheit. Nun lenken Dich aber in unserem Beispiel die Ängste davon ab, in Liebe zu sein, in Liebe zu leben und Liebe zu schenken.

Übe Dich darin, loszulassen, Deiner Liebe wegen. Davon profitierst Du und auch Dein Partner – unmittelbar!

„Ja, aber, was, wenn mich mein Partner dann verlässt?“

Glaubst Du wirklich, dass Dein klammerndes Verhalten aus Furcht Deinen Partner hält? Entweder Dein Partner geht sogar früher oder aber eben etwas später. Wenn etwas faul in der Beziehung ist, ist etwas faul. Dann wäre es gut, den wirklichen Grund zu finden, warum die Beziehung nicht so gut läuft. Klammern ist stattdessen ein Wegschauen von den wirklichen Gründen. Du führst dann eine Beziehung bei teilweisem oder vollkommen Abhandensein von Liebe. Aber genau das willst Du ja gerade nicht! Wenn Dich Dein Partner verlässt, gestehe Dir ein, dass das in jedem Falle passiert wäre. Kein Partner bleibt mit Freude, nur weil er umklammert wird. Aber jeder Partner dieser Welt fühlt sich aufgehoben und wohl in einer warmen, liebevollen Umgebung von Zärtlichkeit und gebender Zuneigung. Was meinst Du: Wo wird sich Dein Partner eher wohlfühlen? Bei Dir, in furcht- und schmerz getriebener, einengender Person? Oder bei Dir, bereits selbst in Liebe, mit einem warmen Gefühl durch den Tag gehend und dem Partner Ruhe, Vertrauen und Geborgenheit schenkend?

In Angst zu leben heißt in Mangel zu leben

Solange Du es zulässt, dass Dich Deine Verlustangst bestimmt, wird es eine Angst vor einem eventuellen Mangel sein. Der Mangel kann heißen: „Ich brauche jemanden, alleine fühle ich mich nicht wohl“. „ich bin einsam“. Es geht nicht nur um den Trennungsschmerz. Vielmehr ist es doch eine Furcht, alleine nicht zurecht zu kommen. Und das, obwohl Du bereits alles in Dir trägst, um ein liebeserfülltes Leben zu führen! Fange heute an, einfach, unabhängig von anderen, in Liebe zu sein. In Liebe mit Dir, mit Deiner Dich umgebenen Umwelt und auch in Liebe mit dem Ganzen. Einfach in Liebe sein. Du trägst das warme Gefühl bereits in Dir. Wunderschön ist es, dieses mit jemandem zu teilen. Doch wenn Du es teilst, tue es aus wahrer Liebe heraus, in dem Du in Liebe handelst. Verschleiere nicht Deine Angst und verkaufe dies nicht als Liebe, in dem Du den anderen zu einem Besitztum degradierst. Stattdessen erfreue Dich an Deinem Partner so wie er ist. Erkenne ihn als einzigartige Person an – mit all seinen Eigenschaften (eine Einteilung in Stärken und Schwächen wäre bereits eine unglückliche Bewertung). Liebst Du Deinen Partner? Dann erfreue Dich seiner Person. Liebe mit ihm. Liebt zusammen. Manchmal mehr, manchmal weniger. Lass los und lebe ein Leben in Fülle. Ein Leben in Fülle zu leben ist solch ein schönes Gefühl. Ein aus Angst resultierendes Leben aus Mangel fühlt sich wahrscheinlich schmerzlich an. Du hast es in der Hand: Entscheide Dich für Liebe. Für Herzlichkeit. Für Zärtlichkeit. Sei in Liebe. Lebe eine Beziehung in Fülle. Auch, wenn es manchmal schmerzt. Dann aber weißt Du in Zukunft, dass das nur Deine liebevollen Ängste sind, die sich melden und Dich schützen wollen. Du aber weißt es besser: Ein Leben in Liebe zu leben heißt loslassen und sich in jeder Minute an diesem wundervollen Gefühl zu erfreuen.

 

Liebe schenken, Liebe senden

Liebe versenden (Liebe schenken)

Stelle Dir vor, du denkst an einen geliebten Menschen oder siehst einen Fremden, der dich berührt. Obwohl ihr mitunter meilenweit voneinander getrennt seid oder du keine finanziellen Spielräume hast, wünschst du dir, ihm gerne eine Freude oder etwas Gutes tun zu wollen.

Jederzeit, wenn Du einmal jemandem anderen, Deiner Umwelt oder dem Ganzen etwas Gutes tun möchtest, bist Du dazu ganz leicht in der Lage, in dem Du einfach ganz bewusst etwas Liebe bzw. Herzenswärme sendest. Das funktioniert nicht nur mit Menschen. So kannst Du Dir sogar   bestimmten Situationen in Deinem Leben Liebe senden, in der Hoffnung, dass sich eine gute Lösung ergibt.

Statt negative Gefühle wie Mitleid mit einer Person oder Ärger/Angst über das Schlechtergehen einer ganzen Gruppe von Menschen kannst Du zukünftig einen kleinen Beitrag dazu machen, dass sich alle wohler fühlen. Die Situation wird sich ein Stück weit ändern. Habe Vertrauen und probiere es.

Die Übung

1. Sammle Dich kurz, spüre Dich, mach Dir eine Situation bewusst, die dein Herz erwärmen lässt (das kann der Gedanke an ein/Dein Kind, ein Baby oder ein kleines Welpen sein). Nun versuche, liebevoll zu lächeln. So liebevoll, wie wenn Du ein neugeborenes Kind betrachtest oder wenn Dich ein Baby anlächelt. Öffne Dein Herz. Lass etwas Wärme durch Dich hindurchfließen. Übe, Deine Mundwinkel natürlich zu heben und äußerlich wie innerlich liebevoll, warm und herzlich zu Lächeln. Sei in Liebe.

2. Jetzt schenkst Du dem anderen eimfach Liebe: Stelle dir vor, Du könntest wie ein Sender dem anderen Liebe senden. Wie eine Blume am Wegesrand, das es gerne tut. ohne auch nur irgendetwas zurückzufordern. Ohne irgendetwas zu erwarten. Einfach nur so. Aus einem warmen Herzengefühl heraus. Auch, wenn Dich der andere   nicht sieht, hast Du ihm bereits eine große Freude gemacht. Habe das Vereauen, dass der andere es spürt. Vertraue darauf, dass Du in der Lage bist, jedem etwas Liebe zu schenken, in dem Du diese Liebe bewusst in seine Richtung schickst. Habe Vertrauen, dass der andere, ein Tier oder selbst eine Lebenssituation es spürt. Vielleicht wird er/sie daraus etwas Kraft tanken, sich sich umarmt fühlen oder aus der neuen Energie eine für sich gute Lösung finden.

Wenn es Dir hilft, kannst Du auch (zum Beispiel, wenn Du gerade für Dich bist) in die Luft hinein ein Herz malen und Dir vorstellen, wie diese warme Herzensenergie dem anderen zur Verfügung steht. Du kannst diese Möglichkeit, anderen etwas Gutes zu tun, auch erweitern, in dem Du das “Universum”, das “Ganze” oder wie auch immer Du das Dich Umgebende bittest (manche verbinden damit “Gott”), dem anderen Licht und Liebe zu senden, eine gute Lösung zu senden, etc.

Liebe geben heißt Liebe vermehren

Eine weitere gute Nachricht: Du wirst sehen, jedes Mal, wenn Du das tust, wirst auch Du Dich gut fühlen, weil Du Dich nicht hilflos fühlen und nur zusehen musst. Du kannst jederzeit Deiner Umwelt etwas Gutes tun. Mit anderen Worten: Liebe schenken, heisst Liebe vermehren. Du wirst nicht danach weniger Liebe spüren, sondern mehr! Du wirst Dich insgesamt wohler fühlen. Du wirst öfter lächeln. Mit offenem Herz durch das Leben gehen. Deine Umwelt wird es spüren: Sei gespannt!

Ich erzähle Dir von einer kleinen Geschichte aus meinem Leben:
Ich hatte einmal eine befristete Anstellung, in der ich nicht so ganz glücklich war. Ich machte mir viele Gedanken, wie ich das eine oder andere verbessern könnte. Darunter auch das Verhältnis zum Chef. Nebenbei war es so, dass der Arbeitsvertrag bald auslief und es nicht klar war, ob und unter welchen Bedingungen er verlängert würde. Nachdem ich mir über einen längeren Zeitraum regelmäßig über Lösungen zu dieser Situation Gedanken gemacht hatte, entschloss ich mich, doch einfach einmal morgens, nachdem ich meine täglichen Entspannungsübungen (Yoga, Medititation etc.) gemacht hatte, Liebe genau in diese beschriebene Situation zu senden. So wie oben beschrieben. Am gleichen Tag noch bat mich mein damaliger Chef zu einem gemeinsamen Gespräch, aus dem hervorging, dass ich nicht weiter übernommen werden würde. Ich war überrascht! Wenn das Zufall war, dann aber ein großer! So könnte doch in der Tat meine “Liebesmeditation” am Morgen dazu geführt haben? Klingt dieser Gedanken abgefahren? Ja. Aber auch wirklich möglich? Warum nicht? Es kam zusätzliche Energie hinzu, ganz andere als Gedanken in mir drin. Es war nicht gut oder schlecht, dass der Vertrag nicht verlängert wurde. Es gab einfach eine Lösung. Und ich war mir sicher: Das wird schon so richtig sein. Denn wochenlanges Grübeln, was verändern, hatte mich ja auch nicht auf die richtige Fährte gebracht. Allein die Lösung war schon gut. Und auch jetzt, lange im Nachhinein kann ich noch sagen: Sie war gut. Ich habe nicht bereut, dass die Lösung mit einem Schritt heraus aus dieser Situation endete.

Statt dass Du Dich einmal von einer Person oder Situation herunterziehen lässt, Du Dich zurückziehst oder mitleidest (obwohl Du wie oft gar nicht die betroffene Person bist), brauchst Du zukünftig nur Dein Herz öffnen. Du kannst anderen etwas Gutes tun, Du tust Dir damit immer etwas Gutes. Und Du kannst sogar in Situationen Liebe fließen lassen, mit der Bitte um eine gute Lösung. Schenke Liebe, sei einfach in Liebe.

Liebe statt Mitleid

Mitleid hilft nicht, Liebe schon

Vielleicht kennst Du die Situation: Du läufst im Alltag an einer Person vorbei und denkst Dir: “Der arme”. Oder jemand erzählt Dir von seinen Sorgen. Es gibt unzählige Beispiele, in denen Du Mitleid verspüren könntest.

Doch was hilft es? Dem anderen sicherlich nichts. Und Dir auch nichts. Mitleid ist ein Gefühl, dass an beiden zehren kann – an demjenigen, der der Grund dafür ist, weil Du ihm ja schließlich das Gefühl gibst, dass es ihm schlecht gehe und mit Deiner Haltung verstärkst. Auch an Dir kann das Gefühl spuren hinterlassen, wenn es Dich traurig oder betroffen macht.

Bitte verstehe mich richtig: Es geht nicht darum, keine Empathie zu zeigen und nicht mitfühlen zu dürfen. Es ist ein sehr wohltuendes Gefühl für Deinen Gegenüber, wenn er spürt, dass Du ihn verstehst.

Aber warum solltest Du soweit gehen, ein Leid zu verstärken, in dem Du mitleidest – wo Du ja glücklicherweise in der Situation bist, dieses Leid nicht selbst zu haben! Warum probierst Du nicht zukünftig eine ganz andere Methode, die sogar ein wohlig-warmes und heilsames Gefühl erzeugen kann: In Liebe sein und Liebe verschenken! Vielleicht konterst Du und sagst: “Verschenken? Aber wie?” Das ist ganz einfach und doch sehr effektiv.

Wie das geht, steht hier.

 

Was ist Liebe?

Wenn Sie mich fragen, was Liebe sei, könnte ich auf die Idee kommen zu sagen: “Ich weiß, was Liebe ist. Aber wenn Du mich ganz direkt fragst, weiß ich es nicht”.

Liebe ist sehr viel komplexer, als das Wort, das in der Kommunikation gebräuchlich ist. Spannend ist daher, Liebe auf den Grund zu gehen: Was ist Liebe? Fragst du das deine Mitmenschen, so wird voraussichtlich eine der häufigsten Antworten sein, dass Liebe eine Art der Verbundenheit zwischen zwei Menschen ausdrücke. Schaut man bei Wikipedia nach, bestätigt sich erst einmal diese Art der Interpretation. Denn dort steht: “Liebe (von mittelhochdeutsch liebe, „Gutes, Angenehmes, Wertes“) ist im engeren Sinne die Bezeichnung für die stärkste Zuneigung, die ein Mensch für einen anderen Menschen zu empfinden in der Lage ist.”

Doch, wer sich weiter umhört, bekommt von Philosophen oder spirituellen Menschen viel weitschichtigere Erklärungsversuche. Liebe als etwas sehr universelles. In der christlichen Lehre wird gelehrt: “Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht; denn Gott ist die Liebe”. Da ich ein eher agnostisches Weltbild habe, geht es mir nicht darum, hier einen bestimmten Glauben weiter auszuführen. Wichtig ist mir nur, Liebe größer zu beschreiben, als lediglich eine Gefühlsbeschreibung zwischen zwei Menschen!

Der Begriff Liebe wird im Sprachgebrauch meist jedoch auf genau das, eine Zungeigung zu einem anderen Menschen verwendet. Auch empfinden es viele Menschen als eine Schwäche, über Gefühle zu sprechen oder schaffen es nicht, selbst, wenn sie es wollten. Ich kann mich gut an ein Gespräch mit einem Studienkollegen erinnern: Wir beide waren Mitte zwanzig und unterhielten uns über Frauen. Irgendwie wanderte das Gespräch zum Thema, wie schwer es uns falle, über Gefühle zu sprechen. Beide waren wir erleichtert zu hören, dass es jeweils dem anderen genauso schwer fiel, speziell das Wort Liebe überhaupt über die Lippen zu bekommen! Tatsächlich: Jedesmal, wenn ich es versuchte, klang es seltsam. Auch im Selbstversuch mit mir allein. Warum war das so?

Ein Grund war sicherlich, dass ich meinen Gefühlen und Bedürfnissen nicht wirklich nahe war. Sie nicht in Achtsamkeit wahrnahm. Über diese erst recht nicht sprechen konnte. Dazu kam, dass zwar von Liebe viel zu lesen, aber oft nicht viel davon zu spüren war. Nehmen wir das Beispiel von oben, die christliche Lehre. So begegnete ich im Laufe der Jahre Menschen der unterschiedlichen christlichen Glaubensrichtungen, die auch des Öfteren von Liebe sprachen (schließlich ist es ja ein hohes Gut in diesem Glauben). Doch zwischen dem Gesagten oder Geschriebenen und dem Handeln bzw. der Ausstrahlung dieser Personen klaffte ein Graben, unbeschreiblichen Ausmaßes. Es war so, als ob diese Personen selbst nicht wüssten, wovon sie sprachen (ich bin davon überzeugt, dass es die meisten auch wirklich nicht wussten). Folge: Auch hier blieb Liebe abstrakt. Triffst Du aber stattdessen auf authentisch wirkende Menschen, so ist dies in aller Regel stimmig, weil die Übereinstimmung zwischen sagen/handeln und deren fühlen/denken voll gegeben ist.

Fakt war also: Die Mehrheit der Menschen ahnt zwar, zumeist aus Beschreibungen, was sich hinter “Liebe” alles verbirgt. Es gibt aber Unmengen von Menschen, die Liebe nicht in ihrer vollen Pracht spüren, sondern 1. nur darüber abstrakt sprechen können oder 2. diese auf etwas begrenzen, dass sie in Wohlgefühl mit bestimmten Mitmenschen erleben – ein Gefühl zwischen Menschen. Liebe wird von den meisten (?) Menschen nicht in ihrer vollen Fülle erfahren. Ich war damals einer von ihnen. Und treffe regelmäßig Menschen, denen es auch gerade jetzt noch so geht. Wie also über etwas sprechen, dass schwer zu greifen ist?

Sei nicht enttäuscht, wenn ich an dieser Stelle nicht den Versuch wagen werde, Liebe zu beschreiben. (Geht das mit Worten?) Stattdessen werde ich, durch die Gesamtheit dieses Blogs, mit Hilfe von Artikeln, Kommentaren, Fragen, Antworten, Beispiele zur Öffnung der Blickwinkel und auch durch Übungen versuchen, dass du ein Gefühl bekommst und es selbst erfährst, welch großes Spektrum du hinter dem Begriff Liebe finden kannst und wie sehr Liebe dich, deine Umwelt und das Ganze beglücken vermag!

Das Schöne: Liebe ist bereits hier. In dir. Suche sie, erfülle dich mit ihr, sei in Liebe! Ganz unabhängig von Situationen oder anderen Menschen. Unabhängig von Glaubensrichtungen oder gar Geboten. Gerade sogar unabhängig von Gedankenkonstrukten, weil sie mit dem Verstand wohl nicht genügend greifbar ist. Sei einfach in Liebe. Du kannst auch Liebe teilen, sie ist im Überfluss vorhanden. Du kannst sie überfließen lassen aus dir heraus. Du kannst in Liebe sein mit dir. Mit deiner Umwelt. Mit dem Ganzen. Oder einfach ganz bei dir sein und genießen. In Liebe sein.

Lies auch: Der größte Irrtum Beziehungsabhängig und Liebe.

Weisheiten

Sprüche und Weisheiten zum Thema Liebe

Hier werden im Laufe der Zeit immer wieder neue Weisheiten zum Thema Liebe erscheinen.

Sprüche allgemein zum Thema Liebe

  • ”Wenn auf der Erde die Liebe herrschte, wären alle Gesetze entbehrlich.” (Aristoteles)
  • “Wenn es Ihnen genügt, die Wahrheit zu kennen, dann üben Sie sich der Kunst der Philosophie. – Sind Sie erst dann zufrieden, wenn Sie die Wahrheit leben, dann üben Sie sich geistig, emotional und körperlich in der Kunst der Liebe.” (David Deida)
  • “Eine Blume denkt nicht über einen Wettbewerb zur benachbarten Blume nach – sie blüht einfach.” (Zen Shin)
  • “Es gibt keinen Weg zum Frieden, Frieden ist der Weg.” (Mahatma Ghandi)
  • “Rege dich nicht über Leute oder Situationen auf. Nur deine Reaktion gibt ihnen Macht. Schaue auf dich, lass Liebe in dein Herz.”
  • ”Angst klopft an, Vertrauen öffnet. Keiner war draußen.”
    (Keltischer Spruch)

 

Weisheiten zu partnerschaftlicher Liebe

  • “Das, was du liebst, lass frei. Kommt es zu dir zurück, gehört es zu dir. Kommt es nicht zurück, so hat es dir nie gehört.” (Konfuzius, 489 v.C.)
  • “Die begrenzte Liebe sucht den Besitz des anderen, doch die grenzenlose Liebe verlangt nichts anderes, als zu lieben.” (Khalil Gibran)
  • “Mancher findet sein Herz nicht eher, als bis er seinen Kopf verliert.” (Friedrich Nietzsche)
  • “Eifersucht ist die Zitronensäure der Liebe” (G.A. Lindner)
  • “Schweigen kann so laut sein, dass es nicht zu überhören ist.” (Johann Wolfgang von Goethe)
  • “Erst nachgegeben, dann nachgetragen?” (Beat Rink)
  • “Ein Esel wird auch in Paris kein Pferd.” (Lord Byron)
  • “If you want a stable relationship, get a horse.”

 

Die Grundformeln des Lebens

  • “Alles fließt” (Heraklit)
  • ”Energie folgt den Gedanken” (Jim Donnelly)

 

Glück als Folge von Liebe?

Glück und die Frage der Herangehensweise

Seit einigen Jahren ist es ausgesprochen angesagt, über Glück zu schreiben. So gibt es unzählige Bücher über Glück. Selbst die Forschung beschäftigt sich intensiv mit Glück. Der Begriff Glücksforschung löst in mir Fragen aus. Kann Wissenschaft ein so großartiges Gefühl beschreiben? Vielleicht, wann es auftritt, wann nicht. Auch, mitunter wie man sie beeinflussen kann. Doch wenn du Bücher über Glück in die Hand nimmst und Anleitungen durchliest, fühlst du dich danach wirklich dauerhaft glücklicher? Wir bekommen Beschreibungen und Definitionen aufgetischt und obendrauf viele Tipps, wie wir durch ein anderes Verhalten oder Umdenken glücklich sein können. Das alles hat ja eine schöne Absicht. Nur zeugt oft schon die Sprache, in der diese Werke verfasst sind, nicht wirklich von glücklichen Autoren!

Glück als das Ziel? Ich behaupte, dass wahres Glück schlichtweg die Folge ist von in-Liebe-sein. Als Folge einer dadurch wahrgenommenen Zufriedenheit und einem Einssein mit dem Ganzen. Vielleicht ist es ja auch gut, nur zu unterscheiden zwischen tiefem langfristigem Glück und kurzfristigem. Denn sicher ist durch eine kurzfristige Handlung wie zum Beispiel der Erfüllung eines Wunsches ein Glücksgefühl für eine gewisse Zeit wahrnehmbar. Aber ist es das, was Menschen suchen? Von einem kurzfristigen Glücksgefühl zum nächsten? Meine Vermutung ist, dass Menschen, die sich mit dem Thema Glück intensiv befassen, sich wohl eher einen allumfassenden Glückszustand wünschen. Eine tiefe Zufriedenheit, ein warmes Wohlgefühl, ein lange andauerndes Glück. Statt nur durch punktuelle Versuche in überschaubaren Zeiträumen kurzfristige Glücksräusche auszulösen, streben sie mitunter nach einem allwährenden Meer von Glück, innerer Zufriedenheit und Wärme.

So bin ich erstaunt, dass in den Ausführungen von Büchern oder Vorträgen über Glück mitunter das Wort Liebe fällt, aber im Großen und Ganzen die sogenannte „Forschung“ vorwiegend am Endzustand, einer Ausprägung von in-Liebe-sein ansetzt und nicht direkt Liebe in den Vordergrund dieser „Wissenschaft“ gestellt wird. Das bestärkt mich, einen Blog hierzu ins Leben zu rufen. Und das, ohne dahinter ein Glaubensystem mit bestimmten Verhaltensregeln „verkaufen“ zu wollen. Hier geht es nicht um Religion, hier geht es um eine wichtige und gleichzeitig so schöne Grundaussage, die meist dahinter steckt, aber hinter der Vielzahl von Geboten oft gar nicht mehr wahrgenommen wird: Liebe.