Erziehung mit Liebe

Bei den Gedanken an Ihre Kinder bekommen Eltern wohl meist sogleich Gefühle von warmer Herzensliebe. Kinder und Eltern – eine wunderbare Liebesbeziehung. Kinder lieben Ihre Eltern und Eltern ihre Kinder. Zwar kann es manchmal im Alter des Erwachsenwerdens zu Streitigkeiten oder gar Zerwürfnissen kommen. Aber in aller Regel hält diese Liebe ein Leben lang.

Welche Eltern würden sich als unliebevoll bezeichnen?

Umso erstaunlicher aber die Tatsache, dass Erziehung in vielen Familien gar nicht so liebevoll stattfindet. Dabei muss man gar nicht an offensichtlich haarsträubende Dinge denken. Oft fängt es schon bei der Einstellung der Eltern an: Statt neugierig auf ihre wunderbaren kleinen Wesen zu schauen, welche Charaktereigenschaften, Fähigkeiten und Begabungen in ihnen schlummern, wird zwar mitunter die Einzigartigkeit jedes Kindes wahrgenommen, aber nicht wirklich ernst genommen. Kinder sollen gefälligst tun, was die Eltern für gut heißen! Kinder werden dabei dann mitunter zu Erfüllungsgehilfen der eigenen Wunschbilder der Eltern reduziert, nicht als Menschen und damit nicht wirklich würdevoll als geliebter Mensch wahrgenommen oder behandelt.

So wird zum Beispiel das Kind in allerlei Kurse geschickt, ohne erst einmal zu schauen, was die Vorlieben, Begabungen und Bedürfnisse des Kindes sind. So soll mitunter das Kind zu einem großen Klavierspieler werden, weil die Eltern selbst immer den Wunsch hatten, aber es nicht auf die Reihe bekamen. Andere Paare benutzen Ihre Kinder als Druckmittel, um eigene Interessen beim anderen Partner durchzusetzen.

Wo fängt Gewalt an?

Noch viel auffälliger wird ein herzloses Verhalten, wenn Kinder unter Zuhilfnahme Gewalt „erzogen“ werden. Dabei muss Gewalt gar nicht körperlich sein. Sie kann genauso verbal geschehen. Entweder durch eine unschöne, harte Wortwahl oder durch Geschrei. In der Tat ist es so, dass sich viele Eltern nicht zu helfen wissen und Geschrei als wirksame Lösung wahrgenommen wird. Manchmal wird auch gar nicht erst soweit gedacht und Geschrei als völlig normal, weil natürlich herausplatzend, empfunden. Auf Nachfrage antworten dann diese Eltern manchmal: „Das ist einfach bei uns immer laut, das war schon immer so, unser Kind ist einfach kompliziert. Es hört nur so.“ Andere sagen vielleicht: „Aber ich wollte doch nur das Beste – ich wusste es einfach nicht besser!“.

Sind diese Eltern in Liebe? In Liebe mit sich selbst und ihrer Familie? Es scheint, dass das Erforschen wahrer Liebe für manche Eltern sehr nützlich sein kann, um in der Lage zu sein, ihre Erziehung in ebenso wahrer Liebe zu gestalten. Eben, um dabei auch unterscheiden zu können, zwischen eigenem Bedürfnis und dem Bedürfnis des Kindes.

Bitte richtig verstehen: Es geht nicht um ein Plädoyer für eine Erziehung ohne Grenzen! Ganz und gar nicht geht es darum, eigene Kinder zu verhätscheln und alles zuzulassen, was das Kind tut. Grenzen, sofern geeignet, können sogar dem Kind helfen. Aber wenn das Kind benutzt wird, um eigene Interessen durchzusetzen, unter dem Vorwand des Wohles für das Kindes, ist die Erziehung faul … und vor allem ist die Liebe faul. Sie ist unaufrichtig.

Platz für Liebe in der Erziehung fängt in dir, nicht beim Kind an

Wenn Du Kinder hast und das nächstes Mal eine große Herausforderung wahrnimmst in Bezug auf die Erziehung Deines Kindes, versuche achtsam zu sein auf die Bedürfnisse von Dir und den Bedürfnissen Deines Kindes. Was davon ist wirklich gut für Dein Kind und was ist nur ein Bedürfnis von Dir? Versuche, in Dich hineinzuspüren und mit Dir selbst in Liebe zu sein. Liebe ist bereits in Dir. Sie möchte nur kultiviert werden. Versuche zu lieben, ganz generell in Liebe zu sein – mit Dir, mit Deiner Umwelt, mit dem Ganzen. Vielleicht sammelst Du ja über diesen Blog Erfahrung zu diesem Thema, um diesem Gefühl mit der Zeit immer näher zu kommen.

Versuche dann, Deine Erziehung mit anderen Augen zu betrachten und auszuüben. Mit einem liebevollen Lächeln auf Deinen Lippen, einer entspannten Gesichtsmuskulatur, einer warmen und herzlichen Haltung in Deinem Herzen, wenn Du Deinem Kind begegnest. Vielleicht hast Du ja mit der Zeit auch mehr das Bedürfnis, Dein Kind zu streicheln und in den Arm zu nehmen? Wenn Du wirklich in Liebe mit Deinem Kind bist, werden Dir viele unliebevolle Taten bewusst werden. Akzeptiere Vergangenes, aber sei bereit, Dich zu verändern. Keinem Menschen, mit dem Du in wahrer Liebe bist, wirst Du Gewalt antun wollen oder ihn für Deine Zwecke benutzen wollen. Ganz gleich, wie überfordert Du Dich mitunter in Deiner derzeitigen Situation fühlst.

Solltest Du Dich in bestimmten Fragen dauerhaft überfordert fühlen – hole Dir Ratschlag bei erfahren Beratern, Therapeuten oder Beratungsstellen. Manchmal musst Du Herausforderungen nicht alleine lösen! Du holst Dir bei Computerprobleben ja auch Rat bei Experten, warum nicht ebenso bei Herausforderungen mit Deinen Liebsten? Löse eher Deinen Stolz oder Deine Bequemlichkeit, Gewohnheiten zu durchbrechen. Deinem Kind zu Liebe: Sei in Liebe.