Archiv der Kategorie: Liebe

Was ist Liebe? Wie kannst du deine Beziehungen meistern? Wie gelingt dir  Erziehung und Abgrenzung besser? Wie kannst du mit bestimmten Lebenssituationen im Alltag leichter umgehen? Übungen, um Liebe besser wahrzunehmen und leichter in Liebe zu sein.

Verkaufen mit Liebe – gibt’s sowas?

Über das Thema Liebe wird meist im Zusammenhang mit Partnerschaften oder uns nahestehenden Mitmenschen gesprochen. Doch ist eine warmherzige Lebenseinstellung genauso auch wichtig für beruflichen Erfolg.

Der übliche Verkaufsprozess

Betrachten wir uns beispielsweise Vertriebsmitarbeiter oder Selbständige: Diese Berufsgruppe hat klare Verkaufsziele oder Absatzvorgaben. Das bringt für die zuständigen Vertriebler natürlicherweise inneren Druck mit sich, der sich nicht selten unbewusst auf Kunden überträgt. Der Grund dafür ist, dass viele Menschen nämlich, ohne es zu wollen, unter Druck anders mit ihren Mitmenschen umgehen als bei innerer Ruhe und Gelassenheit. Dementsprechend spüren Kunden, ob sie unter Kaufzwang stehen oder nicht. Doch kein Kunde bzw. Mensch möchte sich nur als Objekt zum Zwecke der Erfüllung von Zielen einer anderen Person wahrnehmen! Würde ein Kunde das so fühlen, gestaltet sich ein Verkaufsprozess mitunter schwieriger und am Ende ist der Verkäufer eventuell weniger erfolgreich, als wenn er aus innerer Gelassenheit heraus handeln würde.

Genau das ist auch ein Grund, warum viele Menschen, ohne Druck (z.B. wenn sie bereits erfolgreich sind) oft noch erfolgreicher werden. Sie gehen viel entspannter mit ihrer Umwelt und so auch mit ihren Kunden um. Die Kunden bemerken, dass ihnen etwas angeboten, jedoch nicht etwas aufgedrängt wird.

Doch nicht jeder ist bereits erfolgreich oder hat einen Chef, dem es einiges zu beweisen gilt. Wie kann trotz hohen Erfolgsdrucks dennoch anders gehandelt werden?

Mit warmherziger, liebevoller innerer Haltung zum Erfolg

Schaut man sich klassische Vertriebsmannschaften an, würde man wohl schämisch lächeln, wenn jemand vorschlagen würde, eine liebevolle Grundhaltung einzunehmen, um mehr Erfolg zu haben. Warmherzigkeit und Liebe ist nicht gerade das, was mit Business assoziiert wird. Diese Begriffe ordnet die Allgemeinheit der Menschen eher im esoterischen Umfeld ein. Doch auch im Business-Bereich können diese Eigenschaften Wunder bewirken!

Vergleichen wir zwei vollkommen unterschiedliche Herangehensweisen, um zu erkennen, warum eine liebevolle Denkweise und Einstellung nicht nur im Privatleben, sondern auch im Business-Kontext den entscheidenden Unterschied für mehr Erfolg machen kann.

KLASSISCHER VERTRIEB

  • Die Vertriebszahlen bestimmen vollkommen das Leben des Vertrieblers und damit auch den Umgang mit dem Kunden. Im Vordergrund stehen also erst einmal die eigenen Ziele und ein “ich muss”. Das hat eine Fixierung auf die eigene Person zur Folge.
  • Unter Druck haben viele Menschen weniger Einfühlungsvermögen. So können sie sich mitunter nicht ähnlich gut in Ihre Kunden hineinversetzen als wenn sie aus einem Zustand der inneren Gelassenheit heraus handeln würden.
  • Vertriebler entwickeln ein Mangelgefühl, denn sie haben in aller Regel immer offene Ziele und bis dahin noch zu wenige Umsätze. Selbsterklärend werden Sie die meiste Zeit unbewusst ein Gefühl des Mangels wahrnehmen, weil Sie sich ja mehr Zeit mit fehlenden Umsätzen als mit erfüllten Umsätzen beschäftigen.

Zusammengefasst fängt der Denkprozess im klassischen Vertrieb bei der eigenen Person und den eigenen Vorgaben an. Es stehen rein äußere Vorgaben (Ziele) und das eigene Wohl (Opportunismus) im Vordergrund. Sie überlegen sich, wie sie diese erfüllen wollen. Unterschwellig werden sich diese Vertriebler unbewusst als Bittsteller präsentieren – übertrieben ausgedrückt als Bettler.

Folge: Die Kunden werden (zumindest unbewusst) spüren, dass es dem Vertriebler rein um DEREN Zielerreichung, also ums blanke Verkaufen geht. Nicht um das Wohl des Kunden. Kunden verschließen sich. Einen Gefallen um sich selbst zu schaden werden sie dem Vertriebler wohl nicht machen.

WARMHERZIGER VERTRIEB

  • Innere Grundlage hierfür ist eine universelle, liebevolle Grundhaltung. Mit sich, den Mitmenschen und dem ganzen Universum. Diese Grundhaltung ist die Basis für alles weitere. Wer warmherzig und liebevoll ist, wird nur das Beste für alle wollen. Es werden die eigenen Bedürfnisse nicht über die der anderen gestellt, sondern es wird versucht, eigene Bedürfnisse immer im Einklang mit den Bedürfnissen anderer zu bringen.  Zwar gibt es auch Vertriebsziele oder Vorgaben. Es herrscht aber nicht nur eine Fixierung auf die eigene Person und eigene Ziele, sondern es wird stets auch die Umwelt bzw. das Ganze wahrgenommen.
  • Durch eine veränderte Lebenseinstellung können die Kunden anders wahrgenommen werden und es entwickelt sich mehr Gespür und Einfühlungsvermögen für die Kunden. Selbst ist es einem wichtig, dass sich die Kunden gut fühlen. Das wird aber nicht berechnend getan, um ein gutes Feedback oder Empfehlungen zu erhalten. Sondern, weil es zur eigenen Lebenseinstellung einfach anders nicht passt. Wer innerlich in Liebe ist, möchte keinem anderen Schaden zufügen und stets das Beste auch für seine Umwelt.
  • Wenn irgendwie möglich, wird danach gestrebt, vor allem Produkte anzubieten, hinter denen man selbst steht. Denn nur dann können die angebotenen Produkte authentisch repräsentiert werden und der Kunden spüren, dass man es wirklich gut mit ihnen meint. Wenn das im derzeitigen Job nicht möglich ist, sollte ein Job- bzw. Produktwechsel zumindest als mittelfristiges Ziel angestrebt werden.

Folge: Es entwickelt sich eine vollkommen neue Sichtweise zur Welt und Ausstrahlung auf die Umwelt. Man wirkt authentisch. Die eigene Person und seine Produkte entwickeln eine eigene Anziehungskraft, weil diese zu einem passen und Authentizität ausstrahlen. Der Kunde spürt, dass er dem Vertriebler, nicht nur zur Zielerfüllung, sondern wirklich als Person wichtig ist. Der Vertriebler möchte aus innerem Interesse die Bedürfnisse des Kunden kennenlernen, nicht aber, weil man das in Verkaufsschulungen so gelernt hat.

Vertriebler, die den warmherzigen Vertriebsweg wählen, haben natürlich auch Ziele und wollen auch von ihren Einnahmen leben. Es ist schließlich ihr Job. Aber sie haben von Grund auf eine andere innere Haltung und Prinzipien nach denen sie handeln. Dadurch haben sie wiederum eine vollkommen andere Ausstrahlung.

Im Falle der Vertriebs mit liebevoller Grundeinstellung fängt der Verkaufsprozess immer beim Kunden an (nicht beim Vertriebler oder dem Unternehmen). Nur, wenn ein Kunde wirklich das Gefühl hat, dass es der andere ehrlich und gut mit einem meint, wird er sich öffnen und dauerhaft offen bleiben.

Übrigens: Es mit den Kunden gut zu meinen ist nicht zu verwechseln mit Aufopferung. Grenzen setzen zu können (z.B. nicht immer und überall für alle erreichbar zu sein) und auch für seine Bedürfnisse zu sorgen gehört zu einer liebevollen Grundhaltung genauso dazu.

Zusammenfassung

Was eine gute Ausstrahlung und innere Haltung bewirken kann, hat der eine oder andere sicher bereits selbst auch schon erlebt: Wenn es schlecht läuft, fällt einem alles schwer und man glaubt, als sei man von einer Pechsträhne verfolgt. Wenn es hingegen gut läuft, läuft meist auch alles andere leichter. Die Arbeit geht dann wie von alleine von der Hand und man hat das Gefühl, dass man von alleine all die schönen Dinge des Lebens oder sympathische Menschen anzieht.

Oft ist das in solchen guten Phasen auf eine ganz einfache psychologische Erklärung zurückzuführen: Wenn es einem gut geht, fühlt man sich wohler und wirkt dementsprechend lebensfroher. Gleichzeitig kann man mehr nach dem eigenen Gefühl leben, was wiederum zu Folge hat, andere Menschen bewusster wahrzunehmen und selbst authentischer zu erscheinen.

Es lohnt sich, seine eigene Grundhaltung zu betrachten. Oft wird nur von positivem Denken gesprochen. Das jedoch ist sehr allgemein. Wer mit sich und seiner Umwelt in Liebe ist, eine warmherzige Grundhaltung einnimmt, wird nicht nur sein eigenes Leben vollkommen neu erleben, sondern auch die Mitmenschen um sich herum. Und das nicht nur im Privatleben, sondern ebenso im beruflichen Alltag, was nicht selten auch zu mehr Gewinn führt.

Hier gibt es noch mehr Erklärungsansätze, warum das funktioniert.

Diese Übung schenkt Freude aus innerer Überzeugung

Mit dieser einfachen Übung kannst du jeden einzelnen Tag für dich und auch für andere zu einem schönen zu machen. Sie hilft dir, das Prinzip des wahren in-Liebe-seins zu verstehen.

Zu Heiligabend werden so manche Menschen, die gestern erst noch an Ihren Eigennutz dachten, wie auf Befehl zum höflichen Mitmenschen, der nach der Abendmesse alle herzlich anlächelt. Ein paar Tage später ist dann aber schon wieder alles beim Alten: Das eigene Bedürfnis zählt wieder mehr als die Mitmenschen und raue Töne sind Alltag.

Andere Menschen machen ihr Verhalten stets davon abhängig, wie andere reagieren. Werden diese Menschen von ihrem Gegenüber auf der Straße griesgrämig angeschaut, passen sie ihre Mimik entsprechend an. Lächelt der andere, lächeln sie gerne zurück.

Beide Beispiele haben eines gemeinsam: Das eigene Verhalten wird nur verändert, weil es entweder äußere Regeln es erfordern, oder, weil es sich durch die Situation mit anderen ergibt. Es ist somit keine innere Überzeugung hinter dem Verhalten erkennbar.

Menschen, die aus innerer Überzeugung in Liebe sind, handeln anders: Sie sind einfach in Liebe. Bedingungslos. Und fühlen sich dabei einfach nur hervorragend!

Lächel-Übung

Mit Hilfe der folgenden Lächel-Übung kannst du einmal schauen, wie es sich anfühlt, dein Verhalten unabhängig von anderen Menschen und unabhängig von Konventionen zu verändern. Und du kannst experimentieren, wie gut es sich anfühlt:

Lächle warmherzig einen Tag lang deine Umwelt an (mit Umwelt sind auch Pflanzen und Tiere gemeint). Unabhängig davon, welche Gesichtszüge deine Umwelt an den Tag legt oder wie andere auf dein Lächeln reagieren. Du bleibst du dabei: Schenke dein warmes Lächeln. Aus dir heraus.

Du kannst es anfangs ja einfach mal nur eine Stunde lang auf dem Weg zur Arbeit versuchen. Später auch einmal einen ganzen Tag. Irgendwann möchtest du vielleicht gar nicht mehr anders…

Diese Übung wird dir nicht nur erstaunliche Erlebnisse, Erkenntnisse oder sogar Begegnungen liefern: Sie zeigt dir auf einfache Art und Weise, wie es sich anfühlt, von innen heraus in Liebe zu sein! Du gibst, ohne etwas zu erwarten. Weil du einfach in Liebe bist. Du tust es nicht für andere. Du bist einfach in Liebe. Jeder kann das!

Alte Lernerfahrung anders erleben

Es ist anfangs ungewohnt, weil die meisten Menschen gewohnt sind, ihr Verhalten an andere anzupassen. Andere haben gelernt, andere haben fälschlicherweise gelernt, dass es Liebe immer nur im Tausch gegen Gegenliebe gibt.

Wenn du jedoch einfach nur in Liebe bist, so, wie du diese Übung unabhängig von anderen aus dir heraus übst, tust du etwas aus Überzeugung. Dann tust du etwas, weil du es möchtest, weil du dich dafür entschieden hast, weil es deine persönliche Überzeugung ist und deiner Weltsicht entspricht. Ob/wie andere darauf reagieren, ist vollkommen gleichgültig! Du bist in Liebe und schenkst Freude. Das ist, was zählt! Das ist bedingungsloses Handeln. Ähnlich fühlt es sich an, bedingungslos zu lieben.

Teile deine Erfahrung mit anderen hierunter im Kommentar …

Liebe anziehen, Anziehungskraft

Warum du anziehst, wen und was du liebst, wenn du selbst in Liebe bist

Zu lieben schließt auch ein, sich selbst zu lieben. Dazu gehört wiederum, zu sich selbst zu stehen, sich selbst anzunehmen und die Person zu leben, die du selbst bist. Dann wirst du auch genau das anziehen, was/wer zu dir passt…

Hast du dir manchmal die Frage gestellt, warum manche Menschen ihr Glück einfach nur so anziehen? Eine Möglichkeit kann sein, dass sie in Harmonie sind – mit sich selbst und damit auch mit ihrer Umwelt und dem Ganzen.

Erklärungsansatz aus der Physik

Die Physik weiß es schon längst: Jeder Gegenstand hat eine Schwingung. Diese Schwingung kann andere Gegenstände beeinflussen. Genutzt wird dies bei homöopathischen Mitteln in der Medizin oder bei der Nutzung von Heilsteinen in der alternativen Heillehre: Nicht die chemische Substanz an sich wird zur Heilung genutzt, sondern die Schwingung. So dass sich der aus dem Gleichgewicht geratene Körper wieder einschwingen und harmonisieren kann.

Ähnlich ist es mit Menschen: Es gibt Menschen, die strahlen etwas aus, mit dem du überhaupt nicht klar kommst – es liegt nicht am Geruch oder Aussehen. Von anderen Menschen fühlst du dich wiederum magisch angezogen. Wie eine Aura, die diese Menschen umgibt. Nennen wir es hier einfach Schwingung.

Wenn du nun in gleicher Schwingung bist wie jemand anderes, wirst du dich mitunter unbewusst in dieses “Schwingungsfeld einpendeln” und die Anwesenheit des anderen als sehr angenehm empfinden.

Im Umkehrschluss bedeutet das, dass du ausstrahlst, was du anziehst.

Viele Menschen beschreiben, dass sie bestimmte Situationen oder immer wieder die gleichen Typen von Menschen anziehen. Kann das ein Zufall sein? Mittlerweile gibt es unzählige Bücher und Menschen, die beschreiben, dass es an dir liegt, was du anziehst.

Du kannst also dein Leben maßgeblich beeinflussen. Bist du in Liebe, wirst du Liebe anziehen. Bist du in Disharmonie mit dir oder der Umwelt, wird sich mitunter auch immer wieder weitere Disharmonie ergeben.

Erkärungsansatz in Religionen

In vielen Religionen wird der Zusammenhang zwischen dem eigenen Tun und was uns darauf erwartet ebenso dargestellt. Mir persönlich gefällt der buddhistische Ansatz: Aktion=Reaktion. Alles, was wir tun, kommt zu uns zurück. Ganz einfach deshalb, weil alles miteinander verbunden sei. Alles sei eins. Was du anderen antuest, tuest du damit auch dir an. Die Art wie du bist und denkst, habe also einen unmittelbaren Einfluss auf das, was dich umgibt.

Daraus kann entnommen werden, dass du dein Glück, nämlich was auf dich zukommt (Umwelt), davon abhängt, wie du selbst handelst.

Psychologischer Ansatz

Rein psychologisch gesehen gibt es einen plausiblen und simplen Erkärungsansatz:  Dein Unterbewusstsein, also all deine unbewussten Anteile, helfen dir täglich, eine Vielzahl von Dingen abzunehmen, die du bewusst, gar nicht ausüben könntest. Das meiste tust du  nämlich unbewusst.

Nicht unbekannt ist die Tatsache, dass es Menschen durch Hypnosetherapie oder Hypnose-Coaching leichter fällt, bestimmte Gewohnheiten zu verändern. Warum ist das so? Weil dabei nicht nur mit den bewussten Anteilen gearbeitet wird (wie in herkömmlichen, gesprächsbasierten Psychotherapien oder Coachings), sondern vor allem mit dem Unterbewusstsein. Dein Unterbewusstsein ist quasi die Summe deiner bisherigen Erfahrungen. Es hilft dir, es ist ein Teil von dir. Wenn du nun von etwas überzeugt bist und danach handelst, wird sich das auch in deinem Unterbewusstsein speichern. Möchtest nun etwas erreichen, sollte auch dein Unterbewusstsein davon überzeugt sein. Denn schließlich hilft es dir ja täglich. Wenn es aber von anderen Werten überzeugt ist, als du bewusst möchtest, wird es rein psychologisch gesehen zu Konflikten kommen.

Kommunikationswissenschaft bestätigt, dass jeder Mensch weitaus mehr non-verbale (unbewusste) Signale aussendet, als verbale (also durch Sprache). Manche Kommunikationswissenschaftlicher gehen soweit und behaupten, dass diese non-verbalen Signale sogar 97 Prozent ausmachen! Wenn du also bisher geglaubt hast, dass du deine Kommunikation selbst im Griff hattest, dann weißt du jetzt, dass dein bewusstes Tun mitunter nur drei Prozent deiner Kommunkation betraf. Das kann dann auch erklären, warum du bisher auf Menschen auf eine ganz bestimmte Art und Weise gewirkt hast.

Deine Lebenseinstellung, innere Haltung, deine Sichtweise zur Welt sind sehr wichtig. Fühlst du dich in Liebe und ist deine innere Haltung dementsprechend, wird aus psychologischer Sicht also dein Unterbewusstsein dafür sorgen, dass du erstens wie automatisch danach handelst, und zweitens auch nur das siehst, wovon du überzeugt bist!

Du glaubst, alles und jeder ist doof? Dann wirst du mitunter auch nur das sehen! Du bist überzeugt, dass ein liebevoller Umgang anzustreben ist? Dann wirst du wahrscheinlich auch eher ganz viele Menschen sehen, die ähnlich denken. Dein Denken erschafft dir deine Wirklichkeit!

Mehr zu diesem Thema in diesem schönen Artikel: Warum du anziehst, was du liebst, wenn du tust, was du liebst

 

Das Hohelied der Liebe

Dieser Blog ist frei von religiöser Ideologie. Dennoch finde ich es schön, in Bezug zu Liebe auch Texte aus unterschiedlichen Weltanschauungen miteinfließen zu lassen.

Denn das Schöne dabei ist die Erkenntnis, dass in fast allen Religionen die Liebe als das Größte dargestellt wird. Oft gerät das bei allen Glaubenthemen und -diskussionen in Vergessenheit!

Daher finden wir in allen Weltreligionen wunderschöne Texte zur Liebe. Mitunter nehme ich hier im Blog gerne oft Bezug zu fernöstlicher Weltsicht. Jedoch komme ich nun einmal zurück zur europäischen, christlichen Kultur: 

Ein Auszug aus dem Korintherbrief.

Aufnerksam wurde ich darauf gemacht von Jörg Diel. Danke für den Tipp! Wer kennt noch schöne Quellen?

Das Hohelied der Liebe

Wenn ich mit Menschen- und mit Engelszungen redete, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle.

Und wenn ich weissagen könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, also dass ich Berge versetzten könnte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts.

Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib verbrennen, und hätte die Liebe nicht, so wäre es mir nichts nütze.

Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht,
die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf.

Sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre,
sie lässt sich nicht verbittern, sie rechnet das Böse nicht zu,
sie erfreut sich nicht an der Ungerechtigkeit, sie erfreut sich aber der Wahrheit.
Sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.

Die Liebe hört nie auf, wo doch das Weissagen aufhören und das Sprechen aufhören und die Erkenntnis aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser Weissagen ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören.

Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein Kind und hatte kindische Anschläge – als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich war.

Jetzt sehen wir durch einen Spiegel ein dunkles Bild [der Welt], mit Liebe aber von Angesicht zu Angesicht.
Jetzt erkenne ich’s stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich bin

Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei.

Aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

(aus 1. Korintherbrief, Kapitel 13)

Einleitungstext: Nick Melekian – nick-melekian.de  |  Bildquelle: Andreas Hermsdorf  / pixelio.de

Übung: Herz öffnen, Liebe wahrnehmen

Übung zur besseren Wahrnehmung von Liebe und Empathie

Die folgende Meditationsübung ist einfach zu praktizieren, kann aber trotz der Einfachheit bei regelmäßiger Übung auf wundervolle Weise ermöglichen, Liebe universeller und tiefer wahrzunehmen. Gleichzeitig kann sie ein wunderbares Wohlgefühl voller Zufriedenheit, Wärme und Vertrauen auslösen.

Dies ist eine Übung, die gerne auch im Buddhismus angewandt wird. Vielleicht hast du ja das Bild vom Dalai Lama im Kopf, wie er meist warmherzig lächelnd auf Fotos zu sehen ist. Grundlage hierfür ist Gleichmut und Empathie. Hieraus kann die Welt anders, vor allem mit weniger Bewertungen, wahrgenommen werden. Es kann ein Liebesgefühl von großer Reichweite wachsen. Nicht nur, dass deine Umwelt dich anders wahrnimmt. Vor allem du wirst deine Umwelt viel wunderbarer und wertschätzender wahrnehmen und dich warm und herzerfüllt wohlfühlen.

Das Prinzip der Übung ist simpel: Du verbindest dich zunächst mit einem Liebesgefühl, dass dir bekannt und nahe ist. Dann lässt du es bewusst wachsen – du weitest Schritt für Schritt dein in dir bereits vorhandenes Gefühl aus, bis es auch deine Umwelt erfasst und am Ende sogar das Ganze, das Universum, das Göttliche oder wie auch immer du es nennen magst. So, dass du schließlich voll und ganz in Liebe bist. Mit allem.

Der Clou: Du lässt auch diejenigen Personen nicht aus, welche du nicht magst oder sogar ablehnst. Anfangs mag dir das ungewohnt vorkommen oder es widerstrebt dir, auch deine “Feinde” miteinzubeziehen. Mit der Zeit wird es aber immer leichter und irgendwann kannst du auch diesen mit einem offenen Herzen entgegentreten oder an sie denken. Wichtig: Das heisst nicht, dass du deren Gedanken oder Taten unterstützt! Im Gegenteil: Du baust eine andere Energie auf, die mitunter sogar positiven Einfluss auf sie hat. Durch negative Energie, nämlich Ausgrenzung von bestimmten Personen, schadest du nämlich meist dir selbst. Versuche, durch diese Übung -ohne zu bewerten-, vollkommen in Liebe zu sein. Denke an das Lächeln des Dalai Lama 🙂

Mit der Zeit wirst du durch die hier vorgestellte Übung lernen, wie gut sich das Gefühl, in Liebe zu sein, anfühlt. Wie sich dieses Gefühl der inneren Liebe unabhängig von einem Partner wahrnehmen lässt. Ja, du wirst spüren, wie du mit jedem Menschen in Liebe sein kannst. Irgendwann bist du einfach nur in Liebe und gehst lächelnd durch den Tag, begegnest liebevoll jeglichen Situationen des Alltags und Menschen jeder Ausprägung.

Das ist die Übung

Schließe die Augen und atme langsam ein. Halte kurz den Atem und atme dann bewusst und langsam aus. Halte kurz den Atem. Wiederhole dies zwei Mal. Atme dann ganz normal weiter, lass den Atem ohne hinzutun kommen und gehen.

Lege deine Aufmerksamkeit auf deinen Bauch und Brust. Stelle dir etwas ganz wundervoll, Herzerwärmendes vor. Viele Menschen denken dabei zum Beispiel an ihr Kind oder ein Baby. Wie sie es im Arm halten oder an bestimmte Details wie beispielsweise an die lieben kleinen Füßchen oder Händchen. Es kann auch etwas anderes sein, z.B. ein junges Welpen, Kätzchen oder anders Tierbaby. Hauptsache, du verbindest dich mit einem Gefühl von Wärme, Herzlichkeit und Empathie.

Nimm dann dieses Gefühl in dir wahr. Wie fühlt sich dann dein Bauch und deine Brust an? Vielleicht spürst du eine erfüllende Wärme? Gehe ganz tief in dieses Gefühl, lass es wachsen und immer intensiver werden. Lass dieses Gefühl in dir ganz bewusst zu und wachsen.

Nun stelle dir vor, du lässt deinen ganzen Körper mit diesem Gefühl erfüllen. Als würdes du deinen ganzen Körper mit diesem liebevollen Gefühl füllen und es durch dich hindurch fließen lassen. Lächle liebevoll dabei.

Weitere Durchführung

Im weiteren Schritt, stelle dir einen für dich sehr liebevollen Menschen vor. Stelle dir vor, als würdest du dieses Liebesgefühl auf diese Person ausweiten. Lächle liebevoll dabei.

Im weiteren Schritt, stelle dir vor, dass du dieses Liebesgefühl auf alle für dich wichtigen und liebenswerten Personen ausweitest. Lächle liebevoll dabei.

Im weiteren Schritt, stelle dir vor, dass du dieses Liebesgefühl auf alle für dich wichtigen (wenn auch nicht liebenswerte) Personen ausweitest. Lächle liebevoll dabei.

Im weiteren Schritt, stelle dir vor, dass du dieses Liebesgefühl auf alle dich umgebenden Personen (nicht nur die für dich wichtigen) ausweitest. Lächle liebevoll dabei.

Im weiteren Schritt, stelle dir vor, dass du dieses Liebesgefühl auf alle dich umgebenden Personen ausweitest, auch auf diejenigen, die du gar nicht kennst. Lächle liebevoll dabei.

Im weiteren Schritt, stelle dir vor, dass du dieses Liebesgefühl auf alle dich umgebenden Personen ausweitest, diesmal ganz besonders auf diejenigen, zu denen du sogar bisher einen negativen Bezug hattest. Lächle liebevoll dabei.

Im weiteren Schritt, stelle dir vor, dass du dieses Liebesgefühl auf alles dich Umgebende  ausweitest. Verbinde dich liebevoll mit allem, was dich umgibt. Einschließlich Tiere, Pflanzen

Im weiteren Schritt, stelle dir vor, dass du dieses Liebesgefühl noch mehr ausweitest, sogar auf das Universum und das Ganze (wenn du gläubig bist, dann auch mit Gott). Lächle liebevoll dabei.

Sei eins und verbinde dich ganz bewusst mit dir, deiner Umwelt und dem Ganzen. Versuche, ganz bewusst Liebe zwischen dir, deiner Umwelt und dem Ganzen fließen zu lassen.

Spürst du das dabei entstehende Gefühl von innerer Wärme und Liebe? Vielleicht in deiner Brust- oder Bauchgegend? Oder irgendwo anders in deinem Körper? Genieße diesen wundervollen Zustand. Lächle liebevoll dabei.

Bevor du die Augen wieder aufmachst, bedanke dich für dieses schöne Erlebnis und Gefühl, öffne die Augen, atme kurz ein und aus. Lächle

🙂

Buchempfehlung: Die vierzig Geheimnisse der Liebe (von Elif Shafak)

Wundervoller Roman über den bekannten Sufi-Dichter Rumi, seinem spirituellen Gefährten Schams und vierzig Gedanken zur Liebe

Liest du gerne vor dem Einschlafen einen schönen Roman, der sich flüssig lesen lässt und zum Träumen einlädt? Und gleichzeitig beschwingende Tiefgründigkeit beinhaltet? Der Roman Die vierzig Geheimnisse der Liebe verzückt nicht nur durch sein liebevoll gestaltetes, äußeres Erscheinungsbild. Er begeistert vor allem durch eine für Westeuropäer kulturell fremde Romanhandlung im nahen Osten des 13. Jahrhunderts in Kombination mit Weisheiten, die zum Nachdenken anregen.

Die Lektüre lebt von verschiedenen Romanfiguren und deren unterschiedlicher Sichtweise: So hat der Leser die Möglichkeit, Weltbilder, Kulturen und Religionen systemisch aus den verschiedensten Blickwinkeln zu erleben. Elif Shafak lässt ihre Charakteren die gleichen Situationen abwechselnd aus unterschiedlichen Blickwinkeln erzählen und so eine Gesamthandlung mit Weitsicht entstehen. Der Leser schlüpft in die teilhabenden Charaktere und erlebt hautnah, wie gleiche Situationen vollkommen unterschiedlich wahrgenommen werden können.

Es laufen parallel zwei in sich verzahnte Handlungsstränge ab: Die eine Handlung im bereits erwähnten Mittelalter zwischen Tadschikistan, dem heutigen Afghanistan sowie der heutigen Türkei. Die andere in der Neuzeit an der Ostküste der USA.

Der Leser lernt die Weltsicht des Sufismus* kennen, dessen Hauptfigur, ein Wanderderwisch zu Zeiten des Mittelalters namens Schams, von seiner Einstellung, seinem Lebensweg und seiner Sicht der Liebe erzählt. Das alles findet statt im schon damaligen Spannungsfeld unterschiedlicher Religionen, Auslegungen und kriegerischen Auseinandersetzungen. Im Roman macht sich der gebildete Derwisch Schams keine Freunde, weil er Konventionen oft bewusst bricht, um seine Umwelt zum Nachdenken zu bewegen, oder, weil er einfach aus seiner Weltsicht heraus konventionslos handelt. Gleichzeitig hegt er das Vertrauen, das alles kommt, wie es kommen muss.

*(Als Mystiker sind für Sufis nicht vom Menschen niedergeschriebene, religiöse Vorschriften die alleinige Orientierungsquelle, sondern eine direkte Unmittelbarkeit zu Gott/dem Ganzen. Wege, dies zu erreichen, finden sie in Meditation, Askese oder auch Ekstase)

Der Roman zeigt einen Wendepunkt im Leben von Schams, an welchem er sich einen Weggefährten erhofft, mit dem er sich -auf gleichgesinnter, hoher, geistig-verbundener Ebene- austauschen und Erfahrungen teilen kann. Der Zufall will es, dass an einem anderen Ort der berühmte Mystiker und spätere Dichter Rumi nach Gleichem sucht. Es treffen von außen betrachtet zwei sehr unterschiedliche Menschen aufeinander – der eine unbekannt, geduldet und ohne materiellen Besitz, der andere angesehen, berühmt und materiell wohlhabend.

Sie erkennen jedoch schon beim ersten Treffen, dass es ihr sehnlichster Wunsch ist, sich einander auszutauschen und verschmelzen schon bald zu einer tiefen, symbiotischen, geistig-spirituellen Freundschaft. Man könnte auch von einem Einssein zweier Menschen sprechen – zweier Männer, die erst im Gemeinsamen erleben, spirituell ankommen.

In dem parallelen Handlungsstrang der Neuzeit wird das Leben der amerikanischen Lektorin Ella durch genau diesen Roman über Schams und Rumi stark beeinflusst und am Ende vollkommen neu geordnet: Sie sucht den Austausch mit dem Autor und verliebt sich in ihn. Es kommt zu einer tiefen Verbundenheit und Erfahrungen, welche ihr zuvor unglückliches Leben, ihre bisherige Familienwelt sowie ihre bis dahin gelebte Rolle als fürsorgliche, angepasste Mutter und Ehefrau gehörig ins Wanken bringt.

Die im Titel des Buches angekündigten vierzig Weisheiten und Gedanken zur Liebe werden auf die ca. 500 Seiten des Romans verstreut und verstecken sich in Gestalt von Schams’ Gedanken, die er kontextbezogen Stück für Stück, von sich preisgibt.

Es mag zum Thema Liebe kraftvollere Bücher geben. Gleichwohl ist dieser Roman eine wundervolle und gekonnt geschriebene Lektüre. Überdies regt das Buch zum Nachdenken an und versucht, den Horizont der eigenen Wahrnehmung zu erweitern. Dies ermöglicht Elif Shafak auf spannende Art und Weise, in dem sie ein und dieselbe Geschichte durch die Augen verschiedenster Menschen betrachten lässt.

Systemisch arbeitende Therapeuten und Berater werden sich bei dieser Art der Romangestaltung mitunter an ihre Arbeit erinnert fühlen. Generell kann sich der Leser so, unabhängig von der ohnehin schönen Geschichte, von Kapitel zu Kapitel auf die nächste Sichtweise freuen.

Erfahre hier mehr über diesen Roman:

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Was ist für dich Liebe, Schatz?

Liebe und Liebesbeziehung

In Gesprächen zwischen Mann und Frau kommt manchmal in Kennenlernsituationen oder bestehenen Beziehungen die Frage auf, was für den anderen Liebe bedeute. Gemeint ist dabei aber eigentlich, wie sich der andere eine Liebesbeziehung vorstellt.

Liebe an sich

Liebe zu beschreiben ist komplex, denn womöglich erlebt jeder Mensch dieses wunderbare Gefühl anders. In einem früheren Beitrag ging es daraum, Liebe zu beschreiben. Liebe auch zu trennen von dem reinen Gefühl der Zuneigung zu einer anderen Person. Liebe also als etwas wahrzunehmen und zu leben, was vollkommen unabhängig von anderen Personen bestehen kann. In einem anderen Beitrag ging es darum, Liebe nicht zu verwechseln mit Beziehungsabhängigkeit (eine sehr häufige Interpretation von Liebe).

Eine der wichtigsten Eigenschaften von Liebe ist Bedingungslosigkeit. Liebe ist nicht abhängig von einer anderen Person oder einer Gegenleistung. Wer in wahrer Liebe ist, fühlt sie und lebt sie. Handlungen aus dieser Liebe heraus, zum Beispiel Geschenke oder Liebesbekundungen, werden also getan, weil man fühlt, dass man dies oder das geben möchte. Aus einem wunderbaren warmen Gefühl heraus. Nicht, weil man etwas erwartet.

Wer sich auch nur im leistesten dahinter erhofft, eine Gegenleistung zu erhalten, handelt nicht mehr aus wahrer Liebe heraus. Dann könnte man eher von Verzweiflung sprechen, etwas zu tun, um selbst etwas Zuneigung zurück zu bekommen! Wenn zwei Menschen sich lieben, werden beide Menschen geben wollen. Ganz auf Ihre Art. In der Menge, wie es sich für sie gut anfühlt. Wichtig dabei ist, zu unterscheiden, zwischen den Handlungen, die aus Liebe heraus erfolgen, und denjenigen, die entweder unbewusst oder gar berechnend erfolgen. Jedes hoffen, wann der andere denn nun endlich eine SMS zurückschreibt oder denn endlich nun auch ein schönes Kompliment im Gegenzug macht, geschieht nicht aus wahrer Liebe. Das mag eher ein Tauschhandel sein: “Ich gebe Dir dies, nun gib du mir das!”. Wahre Liebe aber ist bedingungslos.

Liebesbeziehung und die Eigenschaft Vertrauen

Liebe ist das übergeordnete Gefühl, das auch dafür verantwortlich ist, warum in der Regel zwei Menschen überhaupt zusammenkommen…eine Liebesbeziehung ist somit eine Ausprägung der Liebe.

Wenn nun der eine den anderen fragt, was für den anderen Liebe sei, meint er oder sie wohl eher: “Was wünschst du dir in einer (oder unserer) Liebesbeziehung?”. Eine der wichtigsten Eigenschaften einer Beziehung ist wohl Vertrauen. Warum gibt es Eifersucht? Warum wartet der andere ganz nervös darauf, dass der andere endlich ein Lebenszeichen von sich gibt, nachdem ja schon 2 Stunden vergangen sind, seit dem letzten Kontakt! Möglicherweise gibt es einen Mangel an Vertrauen. Denn im gleichen Zuge wird mitunter gedacht: “Liebt er/sie mich wirklich?”. Eine Erklärung könnte sein, dass das eigene Selbstbewusstsein da spricht und einem nur zeigt, wo in die eigenen Schwachstellen sind. Das Verhalten des anderen wird zum Anlass genommen, von sich selbst abzulenken, anstatt seine eigenen Gefühle zu reflektieren: Warum habe ich Eifersucht? Warum zweifle ich sogleich die Zuneigung zu mir im Gesamten an? Was hat mein Zweifeln mit mir zu tun?

Ein Paar, das bedingungslos in Liebe ist (beide sind also in Liebe miteinander, aber nicht abhängig von der anderen Person) und in dessen Liebesbeziehung Vertrauen vorherrscht, wird den Partner ziehen lassen, wo auch immer er/sie geht. Und beide Partner wissen, das, was untereinander vereinbart wurde, eingehalten wird. Wenn der andere eine Vereinbarung nicht mehr so haben möchte, dann spricht er dies offen und ehrlich an. Daraus kann eine neue Vereinbarung entstehen. Vertrauen liegt somit einem ausgesprochenen oder unausgesprochenen Vertrag zugrunde. Ein Beispiel für solche ein Vertrag könnte die Vereinbarung sein, dem anderen treu zu sein. Vertrauen beruhigt. Vertrauen ist die Grundlage einer jeden guten Beziehung ist Vertrauen. Ist Vertrauen zu wenig vorhanden, kommt es zu Stress jeglicher Ausdrucksform. Die Beziehung wird eventuell angezweifelt. Dies kann sich ausdrücken anhand von Eifersucht.

Dabei geht es aber gar nicht zwingend um Liebe, sondern oft um Vereinbarungen innerhalb von Liebesbeziehungen. Und es geht um die eigene Person: Denn bei zwei unterschiedlichen Personen in gleicher Situation kann sich ein Gefühl vollkommen anders ausprägen.

Lebst du eine vertrauensvolle Beziehung und in echter Liebe in Dir?

Grenzen setzen mit natürlicher Autorität

Nein-sagen und Grenzen setzen

Grenzen setzen gehört zum Alltag unter Erwachsenen wie auch in der Kindererziehung. Ganz gleich, ob du spürst, dass du nicht auf eine gewisse Art und Weise behandelt werden willst, oder, ob dich jemand um einen Gefallen bittet, den du aber nicht erfüllen möchtest. Es geht darum, Grenzen zu setzen und nein-zu-sagen. Wenn Kinder aufwachsen, benötigen auch sie eine Richtschnur, um ein Verhalten zu erlernen, das Ihnen ein Zusammenleben in der gegebenen Gesellschaft ermöglicht.

Vielen Menschen fällt generell das Nein-sagen schwer. Sie werden um einen Gefallen gebeten, meinen nein, sagen aber ja. Danach ärgern sie sich und kommen nicht nur innerlich in Disharmonie mit sich selbst, sondern strahlen dies dann mitunter auch durch ein von außen nicht nachvollziehbares Verhalten unschön auf. Nach dem Motto: “Dann zeige ich ihnen eben meine Unzufriedenheit”. Eine Unzufriedenheit, die eigentlich selbst erzeugt wurde. Durch die eigene Schwierigkeit, nein zu sagen, also Grenzen zu setzen. Wenn diese Disharmonie und dieser Ärger immer wieder auftaucht und im Körper bleibt, kann das auch zu körperlichen Symptomen führen.

Viele Menschen schaffen es zwar wiederum nein zu sagen, bleiben dabei aber nicht locker, sondern geraten beim Grenzen-setzen mit ihren Gegenübern in Konflikt. Doch, nur weil der eine etwas ganz anderes möchte, als der andere, heißt es ja nicht automatisch, in einen Streit zu gelangen!

Das Gleiche gilt in der Kindererziehung. Viele Eltern geraten beim “Nein” in Konflikt mit ihren Kindern – das “ich-will-aber” des Kindes stößt auf das “Nein” des Erwachsenen. Konflikte schaukeln sich hoch, werden zu lautstarken Streitigkeiten, bei denen auch die Erwachsenen immer lauter werden. Doch Lautstärke ist oft ein Zeichen von Hilflosigkeit. Denn wer würde sich schon in seinen Gefühlen lautstark verlieren, wenn er es anders besser wüsste?

In Liebe sein kann helfen

Wie ist solche eine Situation des Grenzen-setzen alternativ möglich? Insofern alternativ, als dass Grenzen gesetzt werden, aber ohne Lautstärke, ohne einander aufeinander zu prallen? Hierbei kann die ganz bewusste Entscheidung und das bewusste Leben des bei-sich-seins, in liebevoller Haltung mit sich und anderen sein, helfen: Wer tief in Achtsamkeit und Bewusstsein bei sich ist, seine Bedürfnisse spürt und zu diesen liebevoll steht, strahlt auch aus, dass kein anderer Weg möglich sein wird. Es entsteht eine natürliche Autorität, denn durch das dazu stehen, wird konsequent ein Weg, eine Richtung eingeschlagen. Ohne Umwege, ohne Seitenwege. Jeder weiß und spürt, hier ist jemand, der geht seinen Weg.

Das geht nicht von heute auf morgen. Aber wer erst gar nicht damit anfängt, wird es mitunter auch nicht erreichen. Wichtig dabei ist die liebevolle Sichtweise sich und anderen Gegenüber. Es geht in erster Linie nicht um eine Technik – auch, wenn es nicht schaden kann, beispielsweise Techniken der Mediation oder der gewaltfreien Kommunikation nach Rosenberg zu erlernen. Es geht vielmehr um eine innere und gelebte liebevolle Haltung. Selbst die beste Technik kann nicht ausstrahlen, was durch eine innere Haltung verursacht wird.

Beispiel Kinofilme: Wie wird ein Held oft dargestellt? Genau, sie schauen gaaanz ruhig, dem Gegenüber in die Augen, scheinen die Ruhe gefressen zu haben, sind stets offen und zugewandt. Sie strahlen aus, sich mit jedermann in jegwelcher Situation auseinderzusetzen. In Filmen wird keine Gesprächstechnik angewandt. Vielmehr wird ein Bild erzeugt, eines Menschen, der zu sich steht, bei sich bleibt. Er ist offen und zugewandt. Er ist bereit, der Wahrheit ins Gesicht zu schauen. Selbst, wenn das den Tod bedeutet sollte. Es ist eine innere Entscheidung, eine innere Haltung.

Mit anderen in Liebe zu sein ist wie ein Fluss, der seinen natürlichen Lauf nimmt; durch alles, was wir sind und was uns umgibt. Mit anderen in Konflikt zu sein ist wie ein Knoten, der sich immer mehr zuzieht. Allein die Haltung wird dein Denken und Handeln verändern können. Du wirst während einer Auseinandersetzung eine andere Haltung und Mimik entwickeln. Du wirst wie ein starker Baum, der mit seinen Blättern und Ästen teilweise nachgibt, aber grundsätzlich dort steht, wo er verwurzelt ist. Du wirst eine natürliche Autorität entwickeln.

Aikido zur Veranschaulichung

Aikido ist eine japanische, defensive Kampfsportart, die einer friedlichen geistigen Haltung zur Basis hat. Man sagt, ein Aikido-Meister könne von niemandem umgestoßen werden. Er gibt wie die Äste eines Baumes nach. Und doch bleibt er stets in seiner Mitte. Auch hat er wie ein Baum stets den Halt zum Boden.

Kommt ein Angreifer, wird der Aikidoka versuchen, die angreifende Kraft nicht mit Gegenenergie zu beantworten (Analog zur Kommunikation: Kein Schlagabtausch während eines Wortgefechts), sondern die Energie umzuleiten, zum Beispiel durch Drehungen (Analog zum oben Gesagten: Die Energie zu verändern durch eine andere Haltung).

Auch, wenn der Aikidoka kurzzeitig seinen Platz verlässt, so verlässt er nie seine eigene Mitte. Sein Stand ist sicher und sein Körper stehts dem Angreifer zugewandt (Analog zur Kommunikation: Integer, authentisch, bei sich und offen).

Beispiel eines Streites zwischen Eltern und Kind

Wenn sich Eltern mit Ihren Kindern streiten, können Konflikte eskalieren. Vor allem in einem Alter des Kindes, in dem Regeln und Umgang mit eigenen Bedürfnissen erst erlernt werden müssen. Wenn Eltern ein “ich will aber” mit einem “nein” beantworten, spielt die innere Haltung eine große Rolle: Regt sich der Elternteil immer mehr auf (Hilflosigkeit), wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit die Lautstärke in diesem Konflikt immer mehr erhöhen. Sicherlich wird man auch hier durch Konsequenz Regeln schaffen und zukünftig immer leichter durchsetzen können.

Wie aber wäre es gleichzeitig im Konflikt in seiner Mitte zu bleiben und einen Konflikt erst einmal nur als etwas ganz Natürliches zu betrachten? Durch Streitigkeiten können wir wachsen, durch Streit können wir neue Lösungen entwickeln. Es ist vollkommen normal, dass zwei unterschiedliche Menschen auch unterschiedlichen Bedürfnisse haben. Die Frage ist demnach eine Frage der “Streitkultur”. Und damit auch der inneren Haltung. Wenn der Gegenüber stets spürt, dass sie oder er bedingungslos geliebt wird, nur aber der jetzige Wunsch nicht für gut geheißen wird, kann schon einzig die Haltung viel verändern.

Gerade das ist aber etwas, das bei vielen Sich-Streitenden während eines Konflikts verloren geht: Während des Streits wird der Pfad der Liebe verlassen und Wut entsteht. Es wird kurzzeitig keine liebevolle Haltung mehr wahrgenommen. Die sich Streitenden gehen vollkommen in Konflikt und verschließen sich. Sie sind nicht mehr offen. Genau das Gegenteil des In-Liebe-seins: So unangenehm eine Situation auch immer sein mag, offen der Welt in die Augen zu schauen, bei sich in der Mitte zu bleiben, und stets bereit zu sein, sogar in den Konflikt weiter zu gehen – mit dem Ziel, ihn (den Knoten) zu lösen.

Das muss nicht immer leicht sein, aber es ist stets der Anfang vom Ende des Konflikts. Im Gegenteil dazu bedeutet es, beim Sich-Verschließen, den Knoten weiter zu zuziehen und das bedeutet der Anfang eines mitunter endlosen Konflikts. Und um es zu betonen: Die innere Haltung zu verändern heißt nicht, weniger standhaft zu sein. Im Gegenteil, gerade das ist ja das Ziel: Die Standhaftigkeit erhöhen, aber gleichzeitig auszutrahlen, das in Liebe versucht wird, eine Lösung zu finden und dass der Gegenüber wichtig genommen wird.

Lösungen erreichen

Wenn du also zukünftig leichter Grenzen setzen möchtest, nein-sagen möchtest: Tue es, in dem du dich kurz sammelst und dich fragst, was du eigentlich nun gerne hättest. Dann nehme eine liebevolle Haltung ein – dir gegenüber und dem anderen gegenüber. Siehe den Konflikt als etwas Wertvolles: Er bringt Wachstum und Lösungen. Meist auch Freiheit für die Zukunft. Öffne dich, anstatt dich zu verschließen. Schaue dem anderen liebevoll in die Augen und während du in deiner Mitte bleibst, sage wie es dir mit dem Verhalten oder der Bitte des Anderen geht. Danach sage ehrlich, was du dir wünschst und warum. Tue das unmissverständlich und klar. Sei selbst diese Klarheit, in dem du übst, jeden Tag in deinem Leben in Wahrheit zu leben. So wirst du diese Klarheit und Authentizät mit der Zeit immer stärker ausstrahlen. Dein Gegenüber wird eine natürliche Autorität spüren.

Am Beispiel des Eltern-Kind-Konfliktes: Nachdem Du Deinem Kind klar gesagt hast, was du sagem möchtest und wenn dein Kind bei einem “nein” weiter jammert oder schreit, gebe ihm zu erkennen, dass du es verstanden hast, was es sich wünscht. Es muss wissen, dass du verstehst, was es gesagt hat. Sage ihm dann, dass seine Bedürfnisse gut nachvollziehen kannst. Lächle es herzlich an. Sei liebevoll bei dir selbst und zeige es deinem Kind so, dass es erkennt und spürt, dass du in Klarheit und Ruhe mit dir bist und, dass es dennoch nur einen einzigen Weg gibt, den von dir vorgegebenen – das geht in vielerlei Hinsicht auch wortlos. Es muss spüren, dass du der Baum bist, der Standhaft bleibt, egal wie stark der Wind auch sein mag. Dein Kind wird sich aufgrund deines beständigen, konsquenten Handelns mitunter hilflos fühlen und spüren, dsss es am anderen Ende der “Befehlskette” steht. Das mag sich seltsam anhören, ist aber Realität. Genau das macht das Kind ja so hilflos und es setzt alles dafür ein, das zu verändern. Wenn es spürt, dass du standhaft bist, kann es auf die wildesten Verhaltensweisen kommen, um dich zu testen. Es fühlt sich in solch einer Situation vielleicht ganz alleine mit sich und seiner Umwelt. Darum wird es ja all seine Erfahrungen und Kenntnisse zur Hilfe nehmen, um deine Standhaftigkeit ins Wackeln zu bringen. Das Kind steht alleine da, weiß nicht mehr weiter und du kannst ihm deine Liebe zeigen. Biete dem Kind Liebe an, damit es spürt, dass all das, was passiert, so ist, weil du es liebst und es für dich wichtig ist. DAs allermeiste dabei machst du durch eine liebevolle Grundhaltung. Unterstützt durch ein liebevolle, aber konsequentes Verhalten, nicht jedoch durch Geschrei. Ergänzt werden kann das auch, in dem du ihm (scheinbar paradoxerweise) anbietest, “komme in meine Arme”.

In erster Linie geht es um eine konsequente innere Haltung. Du siehst, Konflikte haben oft gar nicht so viel mit dem anderen zu tun, sondern vielmehr mit deinem Vermögen, bei dir selbst zu bleiben, in Liebe zu bleiben. Dann bist du automatisch konsequent, strahlst Echtheit und herzliche Offenheit aus. Du zeigst, dass du gewillt bist, eine gute Lösung zu finden. Dir kann man vertrauen. Du meinst es ehrlich. Dir geht es um das Wohl für dich und deine Umwelt.

Es ist falsch, “ja” zu sagen, obwohl du “nein” meinst. Das macht dich unehrlich dir gegenüber, du kommst in Disharmonie und das strahlst du auch nach außen aus. Deine darauf folgenenden inneren Konflikte, es eigentlich anders haben zu wollen, bringen deine Disharmonie weiter in die Welt, die, je öfters du das machst, weitaus unangenehmer sein können, als einfach nur konsequent “nein-sagen” zu lernen.

Dabei hilft dir die innere Haltung des In-Liebe-seins. Und das Beste: Das hilft nicht nur, es fühlt sich gut an. Wenn du dich manchmal überfordert fühlst oder einfach nicht weiter weißt, ist das auch ok. Sei einfach gut zu dir. Sei liebevoll zu dir. Bist du herzlich in deiner Einstellung zu dir, wirst du entspannter. Bist du entspannter, kannst du auch deiner Umwelt entspannter zugewandt sein. Sei einfach du, mit einer liebevollen Haltung dir und deiner Umwelt gegenüber. Akzeptiere, dass Überforderungsgefühle genauso zu dir gehören wie Stärke und Selbstvertrauen. Wichtig ist aber deine bewusste Entscheidung für eine liebevolle Haltung sich selbst und anderen gegenüber. Wenn du dann versuchst, achtsamer zu handeln bist du auf einem schönen Weg – ein Weg, den du und deine Umwelt als bereichernd wahrnehmen wird.

In Liebe sein – ist das männlich?

In Liebe zu sein oder über Liebe zu sprechen mag manchen Menschen, oft speziell Männern, inneres Unbehagen auslösen. Ist es doch gesellschaftlich viel konformer, über Krieg, Gewalt, Härte zu sprechen, als über ein Thema, das von vielen Menschen eher in die Kategorie der Themen für Frauen, Esoterik, Religion oder von anderen als zu weiblich eingeordnet wird.

Was macht das Wort Liebe mit Menschen?

In Liebe zu sein, voll und ganz, und damit Liebe als die Basis für alle eigenen Handlungen mit sich, mit anderen und dem all uns Umgebenden anzusehen, kann das wunderbarste Gefühl überhaupt sein. Aber es kann sich für manche auch ungewohnt oder gar peinlich anhören, über Liebe zu sprechen, wenn man bisher einen anderen Wortschatz nutzte.Überhaupt über Liebe zu sprechen fällt ja vielen Menschen schon gar nicht leicht und ist für viele Menschen schambeladen. Gerade Männer können manchmal nicht einmal mehr das Wort Liebe aussprechen! Gleichzeitig fällt es aber den meisten Menschen sehr leicht, über Gewalt, Krieg oder andere „harte“ Dinge zu sprechen.

Das Wort Liebe hat mitunter deswegen eine so erstaunliche Sonderstellung, weil mit diesem Wort viel Gefühl transportiert wird. Gefühle zeigen fällt vielen Menschen nicht leicht. Ähnlich ist es mit Singen. Auch dies ist eine Handlung, die Gefühle beinhaltet und oft von Menschen vermieden wird, die es nicht gewohnt sind, über Gefühle zu sprechen oder sie nach außen zu zeigen. Stellen wir uns einmal einen Manager vor: Wie käme es im Allgemeinen an, wenn dieser vor Kollegen sänge oder über Liebe spräche? Wenn er aber mit seinen Kollegen über den Krieg in Fernost redet, ist es scheinbar ok. Das ist erstaunlicherweise gesellschaftsfähig und erzeugt beim Gegenüber kein Stirnrunzeln.

Ist es zu weich und nicht männlich in Liebe zu sein?

Nein! Es ist sogar das Gegenteil der Fall: In Liebe sein heißt, sich den Herausforderungen zu stellen, statt wegzulaufen oder wegzusehen.

Beispiel: Frank hat Angst vor einer bestimmten Situation. Er vermeidet sie: Er läuft vor dieser Situation weg oder versucht, das Thema und damit verbundene Gefühl nicht einmal zu an sich heranzulassen und verdrängt aufkommende Gedanken.

Problem: Die Angst wird nie gelöst und was verdrängt wird, ist nicht weg, sondern kann in bestimmten Situationen, ohne es zu wollen, wieder hervorbrechen. Dieses Verhalten ist bei der Mehrheit der Bevölkerung üblich. Manchen Männern fiele es ja schon gar nicht leicht, sich einer Angst einzugestehen oder darüber zu sprechen. Das Gegenteil ist der Fall: Viele Menschen verdrängen und lenken sich mit Süchten ab (Trinken, Drogen, Glücksspiel, etc.).

Genau dies ist der Punkt: Sehr viele Menschen rennen vor sich, vor ihren Gefühlen oder unangenehmen Situationen, weg. Sie vermeiden. Sie sind nicht in Harmonie mit sich und oft auch nicht ihrer Umwelt. Jemand, der in Liebe mit sich und seiner Umwelt lebt, lebt achtsam, hört auf seine Gefühle und lässt es überhaupt auch erst zu, sie zu spüren. Er verdrängt sie nicht. Er verhält sich nach außen scheinbar männlich, ist aber voller Furcht und weich.

Ist es männlich wegzulaufen und sich unangenehmen Dingen nicht zu stellen?

Unangenehme Dinge könnten Gespräche mit Mitarbeitern oder dem Partner sein. Entscheidungen, die getroffen werden müssen. Oder, Ängste bzw. Befürchtungen, denen man sich konfrontiert, um sie überhaupt lösen zu können.

Es passt doch nicht zusammen, Liebe als weich, als zu „soft“, abzutun und auf der anderen Seite vor sich selbst oder Situationen wegzulaufen wie ein kleiner Junge. Sich für Liebe und Herzlichkeit zu entscheiden, ist wirkliche Härte und Männlichkeit. Zu sich zu stehen, voll und ganz – in Harmonie mit sich. In Harmonie mit anderen. In Harmonie mit dem all uns umgebenden Universum. Mit offener Brust, gerade und mit starkem Kreutz dazustehen. Bereit zu sein, sich jeder aufkommenden Herausforderung zu stelllen und anderen bei Konflikten tief in die Augen zu schauen, statt wegzuschauen. Sich Ängsten zu stellen und Herausforderungen des Lebens anzugehen ist das Sinnbild eines Kriegers. Wer es in Liebe tut wird ein friedvoller Krieger. Krieger zu sein klingt für mich männlicher als jemand, der vor sich, vor Situationen und vor Konflikten wegläuft.

Möchtest Du dich mit diesem Thema weiter beschäftigen? Ein sehr gutes Buch zu diesem Thema: Der Weg des wahren Mannes von David Deida – ein Leitfaden für Meisterschaft in Beziehungen, Beruf und Sexualität:

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Sprache der Liebe

Sprache der Liebe

In-Liebe-sein drückt sich auch in unserer Sprache aus. Wir kommunizieren anders, wir leben Herzlichkeit. Dabei ist es völlig gleich, was du vermitteln möchtest. Möchtest du nur Belangloses mitteilen, deinen Partner um etwas bitten oder einem Mitarbeiter etwas Wichtiges rückmelden?

In Liebe oder nicht in Liebe zu kommunizieren hat erstaunliche Auswirkungen bei deinem Gegenüber.

Was tun, wenn der andere Interessen vertritt und nicht auf dich hören möchte? Lauter sprechen? Schreien? In der Erziehung von Kindern wird genau das regelmäßig praktiziert. Ebenso in der Kommunikation zwischen Liebespaaren. Oder zwischen ganzen Ländern. Die Auswirkung der Kommunikation kann manchmal über langjährigen Krieg und Frieden entscheiden.

Wenn sich zwei Erwachsene lauthals streiten oder einander verbittert sind, liegt das in vielen Fällen daran, dass sich mindestens einer der Streithälse angegriffen fühlt, blockiert und sich durch Gegenwehr schützt. Das, was schmerzt kann oft auch nur ein unbewusst wahrgenommener Schmerz sein, der einfach nur als Angriff wahrgenommen wird. Auslöser des Streits ist in vielen Fällen ein verbaler Angriff auf eine andere Person. Selbst dann, wenn der Angriff gar nicht als solcher vom Ausgesprochenen wahrgenommen wurde.

“Wer viel spricht hat weniger zu denken.” (Indisches Sprichwort)

Marshall Rosenberg, ein Schüler des bekannten Begründers der klientenzentrierten Gesprächstherapie, Carl Rogers, nahm sich in besonderer Art und Weise der Lösung von Streitigkeiten an und versuchte diese durch Empathie und Beobachtung durch Zuhören ohne Bewertung zu lösen (siehe auch Gewaltfreie Kommunikation, kurz GfK). Zuhören hat zu tun mit eigener Stille und Wahrnehmung des Erlebens. Als Konfliktvermittler ist eine Säule seines Lösungsansatzes, Gefühle und das wirkliche Bedürfnis der Streitenden zu erkennen. Oft streiten sich Menschen und sagen, was sie wollen, jedoch nicht, warum und was ihr Verlangen mit ihrem inneren Bedürfnis zu tun hat. Es wird also gestritten, aber keiner kennt den wirklich dahinter liegenden Grund. Zu Recht erscheinen dabei Lösungen oft nicht möglich. Von außen könnte man nun zum Beispiel als Richter eine Lösung erzwingen, die oberflächig gerecht erscheint. Aber ohne mehr über die Bedürfnisse der einzelnen Streitenden zu wissen, wird diese von außen herbeigeführte Lösung von den Betroffenen mitunter wiederum einfach nur als ungerecht empfunden.

Ein gängiges Beispiel in der Konfliktlösung ist das Beispiel zweier Kinder, die sich um eine Orange streiten. Die genervte Mutter schreitet ein, teilt die Orange und gibt jedem der Kinder eine Hälfte. Doch der Streit geht weiter, wurde nicht gelöst. Warum?

Beim genaueren Nachfragen, warum die Kinder diese Orange benötigen, erfahren wir, dass das eine Kind die Schale zum Backen und das andere Kind das Innere der Orange benötigt, um Saft herzustellen … eigentlich wäre also eine Win-Win-Lösung möglich, wenn die Kinder es geschafft hätten, nicht nur Ihre Forderung, sondern auch ihre Bedürfnisse auszudrücken oder zumindest die Mutter ihre Kinder nach deren Bedürfnissen befragt hätte.

Dieses Beispiel zeigt eine zunächst psychologische und rein technische Angelegenheit der Kommunikation. Man könnte jetzt weitere Vorschläge machen, wie eine hilfreiche Kommunikation in der konkreten Ausführung umsetzbar wäre. Ein üblicher Tipp wäre, besser in „ich“-Form anstatt in „Du“-Form zu sprechen, womit per se schon nur schwer ein Angriff möglich ist. Doch ich möchte hier den Fokus auf den Aspekt der Liebe setzen.

Wenden wir uns davor nochmals Marshall Rosenberg zu. Er führte den Begriff der Wolfssprache und der Giraffensprache ein. Als Wolfssprache bezeichnete er bewertende Angriffe wie „Du arbeitest unordentlich und schlampig. Bis morgen arbeitest Du die Aufgaben sauber aus“. Dies verglich er mit kläffenden Wölfen, die sicher kein friedvoller Anblick sind. Als Giraffensprache bezeichnete Rosenberg eine friedvolle Kommunikation wie „Deine erledigten Aufgaben sind fehlerhaft und unvollständig. Das ärgert mich. Ich frage mich, warum du unsere vereinbarten Aufgaben nicht sauber erledigst. Bitte sage mir, ob Du bereit bist, von nun an die Aufgaben mit Sorgfalt zu erledigen oder mit mir eine Lösung zu finden, wie wir die Zusammenarbeit für beide Seiten erfreulich hinbekommen“. Er verglich die friedvollle Kommunikation mit Giraffen, die aus seiner Sicht sinnbildlich friedvoll miteinander umgehen (oder haben Sie schon einmal das Bild einer kläffend, schreienden Giraffe gesehen?).

Dieses Bild der Giraffensprache und Wolfssprache finde ich schön bildhaft, um über Liebe in der Kommunikation zu schreiben.

Gerade beim Umgang mit Kindern lässt sich das eindrucksvoll zeigen: Schreien Eltern regelmäßig mit Ihren Kindern, werden diese manchmal wie „taub“. Glücklicherweise nicht wirklich taub, aber bezüglich der Wünsche ihrer Eltern oder ihrer übrigen Umwelt erstaunlich ignorant. Bei normalem Umgangston reagieren diese Kinder gar nicht mehr oder nur selten. Sie reagieren dann nur noch, wenn geschrien wird. Sie haben im Laufe der Zeit die Wolfssprache erlernt und verstehen keine Giraffensprache mehr. Anfangs in ihrem Leben war das noch anders: Kinder sind sehr sensibel auf die Schwingungen ihrer Umwelt. Mit der Zeit, wenn regelmäßig zur Durchsetzung von Interessen das Hilfsmittel des Geschreis genutzt wird (was anfangs ja wunderbar funktioniert, aber eben nur für eine bestimmte Zeit), stumpfen diese Kinder ab. Jeder Mensch. Ob groß oder klein. Was andere als starkes Signal empfinden, wird von den abgestumpften Menschen mitunter nicht einmal als richtungsweisend interpretiert.

Ich erlebe dies manchmal bei mir fremden Kindern: Man lernt sich z.B. über die Verwandtschaft oder den Freundeskreis kennen. Mit der Zeit werden, was bei Kindern nicht ungewöhnlich ist, Grenzen von Seiten der Kinder überschritten. Diesen dann durch eine friedvolle Kommunikation die notwendigen Grenzen aufzuzeigen, mit der Bitte, dies oder das sein zu lassen, funktioniert nur holprig, wenn überhaupt. Es ist, wie wenn eine Giraffe mit einem Wolfskind spräche! Schaue ich mir die Kommunikation der Eltern genauer an, wird meist schnell klar, dass regelmäßig innerhalb der Familie geschrien wird. Es wird mir deutlich, dass in dieser Familie die Wolfssprache gelehrt wird. Damit mich diese Kinder verstehen, müsste ich in die Wolfssprache ihrer Eltern wechseln. Natürlich möchte ich das nicht. Aber es würde lange dauern, bis diese Kinder meine Sprache verstehen. Am einfachsten wäre es, wenn die Eltern anfingen, ihre Kommunikation zu verändern. Sich für einen liebevollen Umgang entscheiden, einen friedvollen Umgang, der dauerhaft wohl sogar effektiver und vor allem oft konsequenter wäre.

Doch das ist natürlich nicht nur im Verhältnis zwischen Eltern und Kindern so. Das Gleiche gilt für jede andere menschliche Beziehung wie in der Partnerschaft oder im Büro. Die Ausprägung der Wolfssprache unterscheidet sich dabei zwar, aber auch ein verbaler Angriff ohne Geschrei ist Gekläffe und kann eine destruktive Gegenreaktion beim Gegenüber auslösen.

Zärtlichkeit der Sprache

Für mein Buch „Berufsgeschichten“ (siehe berufsgeschichten.de) interviewte ich eine Menge berufstätiger Menschen und befragte sie zu Ihrem Beruf, wie sie dazu gekommen sind, wie sie ihre Arbeit erleben und was sie über diese denken. Das Interview mit einem Pfarrer in Ruhestand, der noch immer zeitweise, wenn auch begrenzt seine Berufung ausübt, blieb mir lange in Erinnerung. Nicht nur, dass er fern von Religion viel über Liebe sprach. Mich beeindruckte vor allem sein Ausdruck „Zärtlichkeit“ in Verbindung mit zwischenmenschlichem Umgang. Dass er spüre, wie unterschiedlich die Zärtlichkeit bei manchen Paaren und Familien, die er betreue, ausgeprägt sei. Und, dass es vor allem Zärtlichkeit ist, dass er jedem Brautpaar ans Herz lege. Zärtlichkeit, wohlgemerkt, die über körperliche weit hinausgeht.

Zärtlichkeit ist ein wundervolles Wort, das in diesen Kontext zauberhaft hineinpasst. Liebe ist wundervoll zärtliche Schwingung. Und geht es bei all den Ausführungen über kommunikative Angriffe nicht eigentlich um Mangel von Liebe? Also im Umkehrschluss zur Lösung um ein schönes Miteinander, liebevolle Kommunikation – Zärtlichkeit in purster Reinheit? Neben aller technischer Hilfsmittel und psychologischer Ratschläge, wie die Kommunikation zwischen Menschen verbessert werden kann, ist es doch die grundsätzliche liebevolle Haltung, die dazu beiträgt, in Achtung und mit Respekt zu kommunizieren. Kommunizieren heißt nicht nur zu sprechen, denn die non-verbale Kommunikation ist ja bekannter weise die sogar viel mächtigere und ausgeprägtere Art. Wie könnte überhaupt ein Verständigungsproblem aufkommen, wenn jemand wirklich in Liebe ist und in Liebe handelt? Dabei geht es gar nicht einmal nur um Respekt oder Achtung. Sondern vor allem um eine liebevolle Haltung dem anderen gegenüber – jedem Gegenüber. Ganz gleich ob Partnern, Kindern, Familienmitgliedern, Freunden, Bekannten oder Unbekannten gegenüber.

In Liebe sein heißt, in Liebe zu sein mit sich, seiner Umwelt und dem Ganzen, allem uns Umgebenden. Wer liebt wird andere, ohne es zu wollen, dazu befähigen, selbst zu lieben. Die in obigem Beispiel beschriebenen Wolfseltern lieben sicherlich ihre Kinder. Aber lieben sie sich selbst? Und befähigen sie durch ihre Art deren Kinder, aus vollem Herzen lieben zu lernen? Sicher wird das später durch die Kinder noch möglich werden. Aber hätten sie es nicht leichter, von vornherein ein herzliches Miteinander zu erlernen? Schreien heißt in erster Linie Grenzüberschreitung, nur sekundär Hilflosigkeit, Wut, Aggression oder Gewalt, wenn das Schreien auf andere Personen gerichtet ist. Es wird also in vielen Fällen paradoxerweise eine Grenze überschritten, obwohl oft eigentlich das Ziel ist, dem anderen eine Grenze zu zeigen!

Der Weg einer inneren Haltung des in Liebe seins

Ich bin davon überzeugt, dass Grenzen setzen und jegliche Art der Wunschübermittlung in den allermeisten Fällen mit Hilfe eines friedvollen Umgangs möglich ist. Noch leichter wird es, wenn du eine Grundhaltung des in-Liebe-seins einnimmst. Verabschiede dich von der Vorstellung, dass Liebe ausschließlich auf Liebesbeziehungen oder auf Familienmitgliedern reduziert wird. Öffne dich für eine Grundhaltung der Liebe, in der du deine Brust und dein Herz öffnest – jedem, dem du begegnest. du begegnest dir alleine schon laufend – sei also zu allererst in Liebe mit dir. Gleichzeitig begegnest täglich anderen Menschen, Tieren der Natur – sei auch mit ihnen in Liebe. Sammle das aufsteigende Gefühl, dass sich vielleicht schon jetzt beim Lesen dieser Zeilen bei dir im Bauch oder der Brust bemerkbar macht, verstärke es, atme in dich hindurch. Immer wieder und lass dieses Gefühl in dir angenehm kreisen. Verstärke es durch dein Atem und atme ganz bewusst durch alles hindurch, was dich umgibt. Atme in Liebe ganz bewusst durch alles hindurch, was dich umgibt. Das schließt auch das Universum ein, alles, das Ganze, all das, was dich und deine Umwelt umgibt…

Du magst manchmal wütend, zornig, genervt oder frustriert sein. Vielleicht verlässt du dabei deine Mitte, dein Gefühl, in Liebe zu sein. Vielleicht rutscht dir dann manchmal etwas über die Lippen, was du später bereust. Das ist o.k. und menschlich. Lass es aber nicht zur Gewohnheit werden, denn auch Deine Umwelt wird geprägt und erlernt automatisch mit dir eine andere, wenig friedvolle Sprache und innere Haltung.

Sei in Liebe. Heute. Entscheide dich für dieses wunderbare Gefühl. Für eine Grundhaltung, für ein wundervolles Leben. Du bist Liebe. Erinnerst Du Dich, wie herzlich und friedlich Babys aussehen? Du selbst warst einmal eines. Und tief in dir gibt es noch immer dieses innere Kind, das du täglich umarmen oder zärtlich streicheln kannst. So, wie du es mit jedem anderen süßen Kind tun würdest. Achte auf die Sprache der Liebe. Bei deiner inneren, liebevollen Haltung und Sprache fängt nämlich eine Umarmung bereits an.

Umarme liebevoll alles, was dich umgibt: In allem, in dir wie auch in allem deiner Umwelt gibt es eine Schönheit, die leuchtet, wenn du sie genauer betrachtest. In allem steckt ein wunderbares Wesen, so wie sich ein Baby ganz offensichtlich offenbart. Habe auch als Mann Mut, das alles zu tun, auch, wenn du als Mann glaubst, das sei doch nicht männlich oder gar dämlich. Das Gegenteil ist der Fall! Die Sprache und liebevolle Haltung hat nichts mit Mann oder Frau sein zu tun. Wenn du nämlich als Mann eine Wolfssprache brauchst, um als Mann wahrgenommen zu werden, dann ist es doch gerade bedenklich, dass sonst dein Mann-sein nicht erkannt würde.

Und wenn du nach dem Lesen dieses Textes erkannt hast, dass du etwas an deiner Sprache ändern möchtest, jedoch bei der Umsetzung überfordert bist: Lese Werke von Marshall Rosenberg, nimm an Schulungen zur Gewaltfreien Kommunikation teil oder suche eine Beratungsstelle auf, die dir weiterhilft. Deine Umwelt wird es dir danken. Du selbst wirst glücklicher. Entscheide dich heute für In-Liebe-sein!

Hier gibt es weitere Gedanken für ein glückliches, selbstbestimmtes Leben

Hilfe benötigt? Praxis für Kurzzeitherapie, Coaching und Mediation von Nick Melekian in Wiesbaden

© 2014 Nick Melekian – Auszüge, auch teilweise, nur nach vorheriger, schriftlicher Genehmigung