Verkaufen mit Liebe – gibt’s sowas?

Über das Thema Liebe wird meist im Zusammenhang mit Partnerschaften oder uns nahestehenden Mitmenschen gesprochen. Doch ist eine warmherzige Lebenseinstellung genauso auch wichtig für beruflichen Erfolg.

Der übliche Verkaufsprozess

Betrachten wir uns beispielsweise Vertriebsmitarbeiter oder Selbständige: Diese Berufsgruppe hat klare Verkaufsziele oder Absatzvorgaben. Das bringt für die zuständigen Vertriebler natürlicherweise inneren Druck mit sich, der sich nicht selten unbewusst auf Kunden überträgt. Der Grund dafür ist, dass viele Menschen nämlich, ohne es zu wollen, unter Druck anders mit ihren Mitmenschen umgehen als bei innerer Ruhe und Gelassenheit. Dementsprechend spüren Kunden, ob sie unter Kaufzwang stehen oder nicht. Doch kein Kunde bzw. Mensch möchte sich nur als Objekt zum Zwecke der Erfüllung von Zielen einer anderen Person wahrnehmen! Würde ein Kunde das so fühlen, gestaltet sich ein Verkaufsprozess mitunter schwieriger und am Ende ist der Verkäufer eventuell weniger erfolgreich, als wenn er aus innerer Gelassenheit heraus handeln würde.

Genau das ist auch ein Grund, warum viele Menschen, ohne Druck (z.B. wenn sie bereits erfolgreich sind) oft noch erfolgreicher werden. Sie gehen viel entspannter mit ihrer Umwelt und so auch mit ihren Kunden um. Die Kunden bemerken, dass ihnen etwas angeboten, jedoch nicht etwas aufgedrängt wird.

Doch nicht jeder ist bereits erfolgreich oder hat einen Chef, dem es einiges zu beweisen gilt. Wie kann trotz hohen Erfolgsdrucks dennoch anders gehandelt werden?

Mit warmherziger, liebevoller innerer Haltung zum Erfolg

Schaut man sich klassische Vertriebsmannschaften an, würde man wohl schämisch lächeln, wenn jemand vorschlagen würde, eine liebevolle Grundhaltung einzunehmen, um mehr Erfolg zu haben. Warmherzigkeit und Liebe ist nicht gerade das, was mit Business assoziiert wird. Diese Begriffe ordnet die Allgemeinheit der Menschen eher im esoterischen Umfeld ein. Doch auch im Business-Bereich können diese Eigenschaften Wunder bewirken!

Vergleichen wir zwei vollkommen unterschiedliche Herangehensweisen, um zu erkennen, warum eine liebevolle Denkweise und Einstellung nicht nur im Privatleben, sondern auch im Business-Kontext den entscheidenden Unterschied für mehr Erfolg machen kann.

KLASSISCHER VERTRIEB

  • Die Vertriebszahlen bestimmen vollkommen das Leben des Vertrieblers und damit auch den Umgang mit dem Kunden. Im Vordergrund stehen also erst einmal die eigenen Ziele und ein „ich muss“. Das hat eine Fixierung auf die eigene Person zur Folge.
  • Unter Druck haben viele Menschen weniger Einfühlungsvermögen. So können sie sich mitunter nicht ähnlich gut in Ihre Kunden hineinversetzen als wenn sie aus einem Zustand der inneren Gelassenheit heraus handeln würden.
  • Vertriebler entwickeln ein Mangelgefühl, denn sie haben in aller Regel immer offene Ziele und bis dahin noch zu wenige Umsätze. Selbsterklärend werden Sie die meiste Zeit unbewusst ein Gefühl des Mangels wahrnehmen, weil Sie sich ja mehr Zeit mit fehlenden Umsätzen als mit erfüllten Umsätzen beschäftigen.

Zusammengefasst fängt der Denkprozess im klassischen Vertrieb bei der eigenen Person und den eigenen Vorgaben an. Es stehen rein äußere Vorgaben (Ziele) und das eigene Wohl (Opportunismus) im Vordergrund. Sie überlegen sich, wie sie diese erfüllen wollen. Unterschwellig werden sich diese Vertriebler unbewusst als Bittsteller präsentieren – übertrieben ausgedrückt als Bettler.

Folge: Die Kunden werden (zumindest unbewusst) spüren, dass es dem Vertriebler rein um DEREN Zielerreichung, also ums blanke Verkaufen geht. Nicht um das Wohl des Kunden. Kunden verschließen sich. Einen Gefallen um sich selbst zu schaden werden sie dem Vertriebler wohl nicht machen.

WARMHERZIGER VERTRIEB

  • Innere Grundlage hierfür ist eine universelle, liebevolle Grundhaltung. Mit sich, den Mitmenschen und dem ganzen Universum. Diese Grundhaltung ist die Basis für alles weitere. Wer warmherzig und liebevoll ist, wird nur das Beste für alle wollen. Es werden die eigenen Bedürfnisse nicht über die der anderen gestellt, sondern es wird versucht, eigene Bedürfnisse immer im Einklang mit den Bedürfnissen anderer zu bringen.  Zwar gibt es auch Vertriebsziele oder Vorgaben. Es herrscht aber nicht nur eine Fixierung auf die eigene Person und eigene Ziele, sondern es wird stets auch die Umwelt bzw. das Ganze wahrgenommen.
  • Durch eine veränderte Lebenseinstellung können die Kunden anders wahrgenommen werden und es entwickelt sich mehr Gespür und Einfühlungsvermögen für die Kunden. Selbst ist es einem wichtig, dass sich die Kunden gut fühlen. Das wird aber nicht berechnend getan, um ein gutes Feedback oder Empfehlungen zu erhalten. Sondern, weil es zur eigenen Lebenseinstellung einfach anders nicht passt. Wer innerlich in Liebe ist, möchte keinem anderen Schaden zufügen und stets das Beste auch für seine Umwelt.
  • Wenn irgendwie möglich, wird danach gestrebt, vor allem Produkte anzubieten, hinter denen man selbst steht. Denn nur dann können die angebotenen Produkte authentisch repräsentiert werden und der Kunden spüren, dass man es wirklich gut mit ihnen meint. Wenn das im derzeitigen Job nicht möglich ist, sollte ein Job- bzw. Produktwechsel zumindest als mittelfristiges Ziel angestrebt werden.

Folge: Es entwickelt sich eine vollkommen neue Sichtweise zur Welt und Ausstrahlung auf die Umwelt. Man wirkt authentisch. Die eigene Person und seine Produkte entwickeln eine eigene Anziehungskraft, weil diese zu einem passen und Authentizität ausstrahlen. Der Kunde spürt, dass er dem Vertriebler, nicht nur zur Zielerfüllung, sondern wirklich als Person wichtig ist. Der Vertriebler möchte aus innerem Interesse die Bedürfnisse des Kunden kennenlernen, nicht aber, weil man das in Verkaufsschulungen so gelernt hat.

Vertriebler, die den warmherzigen Vertriebsweg wählen, haben natürlich auch Ziele und wollen auch von ihren Einnahmen leben. Es ist schließlich ihr Job. Aber sie haben von Grund auf eine andere innere Haltung und Prinzipien nach denen sie handeln. Dadurch haben sie wiederum eine vollkommen andere Ausstrahlung.

Im Falle der Vertriebs mit liebevoller Grundeinstellung fängt der Verkaufsprozess immer beim Kunden an (nicht beim Vertriebler oder dem Unternehmen). Nur, wenn ein Kunde wirklich das Gefühl hat, dass es der andere ehrlich und gut mit einem meint, wird er sich öffnen und dauerhaft offen bleiben.

Übrigens: Es mit den Kunden gut zu meinen ist nicht zu verwechseln mit Aufopferung. Grenzen setzen zu können (z.B. nicht immer und überall für alle erreichbar zu sein) und auch für seine Bedürfnisse zu sorgen gehört zu einer liebevollen Grundhaltung genauso dazu.

Zusammenfassung

Was eine gute Ausstrahlung und innere Haltung bewirken kann, hat der eine oder andere sicher bereits selbst auch schon erlebt: Wenn es schlecht läuft, fällt einem alles schwer und man glaubt, als sei man von einer Pechsträhne verfolgt. Wenn es hingegen gut läuft, läuft meist auch alles andere leichter. Die Arbeit geht dann wie von alleine von der Hand und man hat das Gefühl, dass man von alleine all die schönen Dinge des Lebens oder sympathische Menschen anzieht.

Oft ist das in solchen guten Phasen auf eine ganz einfache psychologische Erklärung zurückzuführen: Wenn es einem gut geht, fühlt man sich wohler und wirkt dementsprechend lebensfroher. Gleichzeitig kann man mehr nach dem eigenen Gefühl leben, was wiederum zu Folge hat, andere Menschen bewusster wahrzunehmen und selbst authentischer zu erscheinen.

Es lohnt sich, seine eigene Grundhaltung zu betrachten. Oft wird nur von positivem Denken gesprochen. Das jedoch ist sehr allgemein. Wer mit sich und seiner Umwelt in Liebe ist, eine warmherzige Grundhaltung einnimmt, wird nicht nur sein eigenes Leben vollkommen neu erleben, sondern auch die Mitmenschen um sich herum. Und das nicht nur im Privatleben, sondern ebenso im beruflichen Alltag, was nicht selten auch zu mehr Gewinn führt.

Hier gibt es noch mehr Erklärungsansätze, warum das funktioniert.

Diese Übung schenkt Freude aus innerer Überzeugung

Mit dieser einfachen Übung kannst du jeden einzelnen Tag für dich und auch für andere zu einem schönen zu machen. Sie hilft dir, das Prinzip des wahren in-Liebe-seins zu verstehen.

Zu Heiligabend werden so manche Menschen, die gestern erst noch an Ihren Eigennutz dachten, wie auf Befehl zum höflichen Mitmenschen, der nach der Abendmesse alle herzlich anlächelt. Ein paar Tage später ist dann aber schon wieder alles beim Alten: Das eigene Bedürfnis zählt wieder mehr als die Mitmenschen und raue Töne sind Alltag.

Andere Menschen machen ihr Verhalten stets davon abhängig, wie andere reagieren. Werden diese Menschen von ihrem Gegenüber auf der Straße griesgrämig angeschaut, passen sie ihre Mimik entsprechend an. Lächelt der andere, lächeln sie gerne zurück.

Beide Beispiele haben eines gemeinsam: Das eigene Verhalten wird nur verändert, weil es entweder äußere Regeln es erfordern, oder, weil es sich durch die Situation mit anderen ergibt. Es ist somit keine innere Überzeugung hinter dem Verhalten erkennbar.

Menschen, die aus innerer Überzeugung in Liebe sind, handeln anders: Sie sind einfach in Liebe. Bedingungslos. Und fühlen sich dabei einfach nur hervorragend!

Lächel-Übung

Mit Hilfe der folgenden Lächel-Übung kannst du einmal schauen, wie es sich anfühlt, dein Verhalten unabhängig von anderen Menschen und unabhängig von Konventionen zu verändern. Und du kannst experimentieren, wie gut es sich anfühlt:

Lächle warmherzig einen Tag lang deine Umwelt an (mit Umwelt sind auch Pflanzen und Tiere gemeint). Unabhängig davon, welche Gesichtszüge deine Umwelt an den Tag legt oder wie andere auf dein Lächeln reagieren. Du bleibst du dabei: Schenke dein warmes Lächeln. Aus dir heraus.

Du kannst es anfangs ja einfach mal nur eine Stunde lang auf dem Weg zur Arbeit versuchen. Später auch einmal einen ganzen Tag. Irgendwann möchtest du vielleicht gar nicht mehr anders…

Diese Übung wird dir nicht nur erstaunliche Erlebnisse, Erkenntnisse oder sogar Begegnungen liefern: Sie zeigt dir auf einfache Art und Weise, wie es sich anfühlt, von innen heraus in Liebe zu sein! Du gibst, ohne etwas zu erwarten. Weil du einfach in Liebe bist. Du tust es nicht für andere. Du bist einfach in Liebe. Jeder kann das!

Alte Lernerfahrung anders erleben

Es ist anfangs ungewohnt, weil die meisten Menschen gewohnt sind, ihr Verhalten an andere anzupassen. Andere haben gelernt, andere haben fälschlicherweise gelernt, dass es Liebe immer nur im Tausch gegen Gegenliebe gibt.

Wenn du jedoch einfach nur in Liebe bist, so, wie du diese Übung unabhängig von anderen aus dir heraus übst, tust du etwas aus Überzeugung. Dann tust du etwas, weil du es möchtest, weil du dich dafür entschieden hast, weil es deine persönliche Überzeugung ist und deiner Weltsicht entspricht. Ob/wie andere darauf reagieren, ist vollkommen gleichgültig! Du bist in Liebe und schenkst Freude. Das ist, was zählt! Das ist bedingungsloses Handeln. Ähnlich fühlt es sich an, bedingungslos zu lieben.

Teile deine Erfahrung mit anderen hierunter im Kommentar …

Liebe anziehen, Anziehungskraft

Warum du anziehst, wen und was du liebst, wenn du selbst in Liebe bist

Zu lieben schließt auch ein, sich selbst zu lieben. Dazu gehört wiederum, zu sich selbst zu stehen, sich selbst anzunehmen und die Person zu leben, die du selbst bist. Dann wirst du auch genau das anziehen, was/wer zu dir passt…

Hast du dir manchmal die Frage gestellt, warum manche Menschen ihr Glück einfach nur so anziehen? Eine Möglichkeit kann sein, dass sie in Harmonie sind – mit sich selbst und damit auch mit ihrer Umwelt und dem Ganzen.

Erklärungsansatz aus der Physik

Die Physik weiß es schon längst: Jeder Gegenstand hat eine Schwingung. Diese Schwingung kann andere Gegenstände beeinflussen. Genutzt wird dies bei homöopathischen Mitteln in der Medizin oder bei der Nutzung von Heilsteinen in der alternativen Heillehre: Nicht die chemische Substanz an sich wird zur Heilung genutzt, sondern die Schwingung. So dass sich der aus dem Gleichgewicht geratene Körper wieder einschwingen und harmonisieren kann.

Ähnlich ist es mit Menschen: Es gibt Menschen, die strahlen etwas aus, mit dem du überhaupt nicht klar kommst – es liegt nicht am Geruch oder Aussehen. Von anderen Menschen fühlst du dich wiederum magisch angezogen. Wie eine Aura, die diese Menschen umgibt. Nennen wir es hier einfach Schwingung.

Wenn du nun in gleicher Schwingung bist wie jemand anderes, wirst du dich mitunter unbewusst in dieses „Schwingungsfeld einpendeln“ und die Anwesenheit des anderen als sehr angenehm empfinden.

Im Umkehrschluss bedeutet das, dass du ausstrahlst, was du anziehst.

Viele Menschen beschreiben, dass sie bestimmte Situationen oder immer wieder die gleichen Typen von Menschen anziehen. Kann das ein Zufall sein? Mittlerweile gibt es unzählige Bücher und Menschen, die beschreiben, dass es an dir liegt, was du anziehst.

Du kannst also dein Leben maßgeblich beeinflussen. Bist du in Liebe, wirst du Liebe anziehen. Bist du in Disharmonie mit dir oder der Umwelt, wird sich mitunter auch immer wieder weitere Disharmonie ergeben.

Erkärungsansatz in Religionen

In vielen Religionen wird der Zusammenhang zwischen dem eigenen Tun und was uns darauf erwartet ebenso dargestellt. Mir persönlich gefällt der buddhistische Ansatz: Aktion=Reaktion. Alles, was wir tun, kommt zu uns zurück. Ganz einfach deshalb, weil alles miteinander verbunden sei. Alles sei eins. Was du anderen antuest, tuest du damit auch dir an. Die Art wie du bist und denkst, habe also einen unmittelbaren Einfluss auf das, was dich umgibt.

Daraus kann entnommen werden, dass du dein Glück, nämlich was auf dich zukommt (Umwelt), davon abhängt, wie du selbst handelst.

Psychologischer Ansatz

Rein psychologisch gesehen gibt es einen plausiblen und simplen Erkärungsansatz:  Dein Unterbewusstsein, also all deine unbewussten Anteile, helfen dir täglich, eine Vielzahl von Dingen abzunehmen, die du bewusst, gar nicht ausüben könntest. Das meiste tust du  nämlich unbewusst.

Nicht unbekannt ist die Tatsache, dass es Menschen durch Hypnosetherapie oder Hypnose-Coaching leichter fällt, bestimmte Gewohnheiten zu verändern. Warum ist das so? Weil dabei nicht nur mit den bewussten Anteilen gearbeitet wird (wie in herkömmlichen, gesprächsbasierten Psychotherapien oder Coachings), sondern vor allem mit dem Unterbewusstsein. Dein Unterbewusstsein ist quasi die Summe deiner bisherigen Erfahrungen. Es hilft dir, es ist ein Teil von dir. Wenn du nun von etwas überzeugt bist und danach handelst, wird sich das auch in deinem Unterbewusstsein speichern. Möchtest nun etwas erreichen, sollte auch dein Unterbewusstsein davon überzeugt sein. Denn schließlich hilft es dir ja täglich. Wenn es aber von anderen Werten überzeugt ist, als du bewusst möchtest, wird es rein psychologisch gesehen zu Konflikten kommen.

Kommunikationswissenschaft bestätigt, dass jeder Mensch weitaus mehr non-verbale (unbewusste) Signale aussendet, als verbale (also durch Sprache). Manche Kommunikationswissenschaftlicher gehen soweit und behaupten, dass diese non-verbalen Signale sogar 97 Prozent ausmachen! Wenn du also bisher geglaubt hast, dass du deine Kommunikation selbst im Griff hattest, dann weißt du jetzt, dass dein bewusstes Tun mitunter nur drei Prozent deiner Kommunkation betraf. Das kann dann auch erklären, warum du bisher auf Menschen auf eine ganz bestimmte Art und Weise gewirkt hast.

Deine Lebenseinstellung, innere Haltung, deine Sichtweise zur Welt sind sehr wichtig. Fühlst du dich in Liebe und ist deine innere Haltung dementsprechend, wird aus psychologischer Sicht also dein Unterbewusstsein dafür sorgen, dass du erstens wie automatisch danach handelst, und zweitens auch nur das siehst, wovon du überzeugt bist!

Du glaubst, alles und jeder ist doof? Dann wirst du mitunter auch nur das sehen! Du bist überzeugt, dass ein liebevoller Umgang anzustreben ist? Dann wirst du wahrscheinlich auch eher ganz viele Menschen sehen, die ähnlich denken. Dein Denken erschafft dir deine Wirklichkeit!

Mehr zu diesem Thema in diesem schönen Artikel: Warum du anziehst, was du liebst, wenn du tust, was du liebst

 

Das Hohelied der Liebe

Dieser Blog ist frei von religiöser Ideologie. Dennoch finde ich es schön, in Bezug zu Liebe auch Texte aus unterschiedlichen Weltanschauungen miteinfließen zu lassen.

Denn das Schöne dabei ist die Erkenntnis, dass in fast allen Religionen die Liebe als das Größte dargestellt wird. Oft gerät das bei allen Glaubenthemen und -diskussionen in Vergessenheit!

Daher finden wir in allen Weltreligionen wunderschöne Texte zur Liebe. Mitunter nehme ich hier im Blog gerne oft Bezug zu fernöstlicher Weltsicht. Jedoch komme ich nun einmal zurück zur europäischen, christlichen Kultur: 

Ein Auszug aus dem Korintherbrief.

Aufnerksam wurde ich darauf gemacht von Jörg Diel. Danke für den Tipp! Wer kennt noch schöne Quellen?

Das Hohelied der Liebe

Wenn ich mit Menschen- und mit Engelszungen redete, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle.

Und wenn ich weissagen könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, also dass ich Berge versetzten könnte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts.

Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib verbrennen, und hätte die Liebe nicht, so wäre es mir nichts nütze.

Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht,
die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf.

Sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre,
sie lässt sich nicht verbittern, sie rechnet das Böse nicht zu,
sie erfreut sich nicht an der Ungerechtigkeit, sie erfreut sich aber der Wahrheit.
Sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.

Die Liebe hört nie auf, wo doch das Weissagen aufhören und das Sprechen aufhören und die Erkenntnis aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser Weissagen ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören.

Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein Kind und hatte kindische Anschläge – als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich war.

Jetzt sehen wir durch einen Spiegel ein dunkles Bild [der Welt], mit Liebe aber von Angesicht zu Angesicht.
Jetzt erkenne ich’s stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich bin

Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei.

Aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

(aus 1. Korintherbrief, Kapitel 13)

Einleitungstext: Nick Melekian – nick-melekian.de  |  Bildquelle: Andreas Hermsdorf  / pixelio.de

Übung: Herz öffnen, Liebe wahrnehmen

Übung zur besseren Wahrnehmung von Liebe und Empathie

Die folgende Meditationsübung ist einfach zu praktizieren, kann aber trotz der Einfachheit bei regelmäßiger Übung auf wundervolle Weise ermöglichen, Liebe universeller und tiefer wahrzunehmen. Gleichzeitig kann sie ein wunderbares Wohlgefühl voller Zufriedenheit, Wärme und Vertrauen auslösen.

Dies ist eine Übung, die gerne auch im Buddhismus angewandt wird. Vielleicht hast du ja das Bild vom Dalai Lama im Kopf, wie er meist warmherzig lächelnd auf Fotos zu sehen ist. Grundlage hierfür ist Gleichmut und Empathie. Hieraus kann die Welt anders, vor allem mit weniger Bewertungen, wahrgenommen werden. Es kann ein Liebesgefühl von großer Reichweite wachsen. Nicht nur, dass deine Umwelt dich anders wahrnimmt. Vor allem du wirst deine Umwelt viel wunderbarer und wertschätzender wahrnehmen und dich warm und herzerfüllt wohlfühlen.

Das Prinzip der Übung ist simpel: Du verbindest dich zunächst mit einem Liebesgefühl, dass dir bekannt und nahe ist. Dann lässt du es bewusst wachsen – du weitest Schritt für Schritt dein in dir bereits vorhandenes Gefühl aus, bis es auch deine Umwelt erfasst und am Ende sogar das Ganze, das Universum, das Göttliche oder wie auch immer du es nennen magst. So, dass du schließlich voll und ganz in Liebe bist. Mit allem.

Der Clou: Du lässt auch diejenigen Personen nicht aus, welche du nicht magst oder sogar ablehnst. Anfangs mag dir das ungewohnt vorkommen oder es widerstrebt dir, auch deine „Feinde“ miteinzubeziehen. Mit der Zeit wird es aber immer leichter und irgendwann kannst du auch diesen mit einem offenen Herzen entgegentreten oder an sie denken. Wichtig: Das heisst nicht, dass du deren Gedanken oder Taten unterstützt! Im Gegenteil: Du baust eine andere Energie auf, die mitunter sogar positiven Einfluss auf sie hat. Durch negative Energie, nämlich Ausgrenzung von bestimmten Personen, schadest du nämlich meist dir selbst. Versuche, durch diese Übung -ohne zu bewerten-, vollkommen in Liebe zu sein. Denke an das Lächeln des Dalai Lama 🙂

Mit der Zeit wirst du durch die hier vorgestellte Übung lernen, wie gut sich das Gefühl, in Liebe zu sein, anfühlt. Wie sich dieses Gefühl der inneren Liebe unabhängig von einem Partner wahrnehmen lässt. Ja, du wirst spüren, wie du mit jedem Menschen in Liebe sein kannst. Irgendwann bist du einfach nur in Liebe und gehst lächelnd durch den Tag, begegnest liebevoll jeglichen Situationen des Alltags und Menschen jeder Ausprägung.

Das ist die Übung

Schließe die Augen und atme langsam ein. Halte kurz den Atem und atme dann bewusst und langsam aus. Halte kurz den Atem. Wiederhole dies zwei Mal. Atme dann ganz normal weiter, lass den Atem ohne hinzutun kommen und gehen.

Lege deine Aufmerksamkeit auf deinen Bauch und Brust. Stelle dir etwas ganz wundervoll, Herzerwärmendes vor. Viele Menschen denken dabei zum Beispiel an ihr Kind oder ein Baby. Wie sie es im Arm halten oder an bestimmte Details wie beispielsweise an die lieben kleinen Füßchen oder Händchen. Es kann auch etwas anderes sein, z.B. ein junges Welpen, Kätzchen oder anders Tierbaby. Hauptsache, du verbindest dich mit einem Gefühl von Wärme, Herzlichkeit und Empathie.

Nimm dann dieses Gefühl in dir wahr. Wie fühlt sich dann dein Bauch und deine Brust an? Vielleicht spürst du eine erfüllende Wärme? Gehe ganz tief in dieses Gefühl, lass es wachsen und immer intensiver werden. Lass dieses Gefühl in dir ganz bewusst zu und wachsen.

Nun stelle dir vor, du lässt deinen ganzen Körper mit diesem Gefühl erfüllen. Als würdes du deinen ganzen Körper mit diesem liebevollen Gefühl füllen und es durch dich hindurch fließen lassen. Lächle liebevoll dabei.

Weitere Durchführung

Im weiteren Schritt, stelle dir einen für dich sehr liebevollen Menschen vor. Stelle dir vor, als würdest du dieses Liebesgefühl auf diese Person ausweiten. Lächle liebevoll dabei.

Im weiteren Schritt, stelle dir vor, dass du dieses Liebesgefühl auf alle für dich wichtigen und liebenswerten Personen ausweitest. Lächle liebevoll dabei.

Im weiteren Schritt, stelle dir vor, dass du dieses Liebesgefühl auf alle für dich wichtigen (wenn auch nicht liebenswerte) Personen ausweitest. Lächle liebevoll dabei.

Im weiteren Schritt, stelle dir vor, dass du dieses Liebesgefühl auf alle dich umgebenden Personen (nicht nur die für dich wichtigen) ausweitest. Lächle liebevoll dabei.

Im weiteren Schritt, stelle dir vor, dass du dieses Liebesgefühl auf alle dich umgebenden Personen ausweitest, auch auf diejenigen, die du gar nicht kennst. Lächle liebevoll dabei.

Im weiteren Schritt, stelle dir vor, dass du dieses Liebesgefühl auf alle dich umgebenden Personen ausweitest, diesmal ganz besonders auf diejenigen, zu denen du sogar bisher einen negativen Bezug hattest. Lächle liebevoll dabei.

Im weiteren Schritt, stelle dir vor, dass du dieses Liebesgefühl auf alles dich Umgebende  ausweitest. Verbinde dich liebevoll mit allem, was dich umgibt. Einschließlich Tiere, Pflanzen

Im weiteren Schritt, stelle dir vor, dass du dieses Liebesgefühl noch mehr ausweitest, sogar auf das Universum und das Ganze (wenn du gläubig bist, dann auch mit Gott). Lächle liebevoll dabei.

Sei eins und verbinde dich ganz bewusst mit dir, deiner Umwelt und dem Ganzen. Versuche, ganz bewusst Liebe zwischen dir, deiner Umwelt und dem Ganzen fließen zu lassen.

Spürst du das dabei entstehende Gefühl von innerer Wärme und Liebe? Vielleicht in deiner Brust- oder Bauchgegend? Oder irgendwo anders in deinem Körper? Genieße diesen wundervollen Zustand. Lächle liebevoll dabei.

Bevor du die Augen wieder aufmachst, bedanke dich für dieses schöne Erlebnis und Gefühl, öffne die Augen, atme kurz ein und aus. Lächle

🙂