Warum du anziehst, wen und was du liebst, wenn du selbst in Liebe bist

Zu lieben schließt auch ein, sich selbst zu lieben. Dazu gehört wiederum, zu sich selbst zu stehen, sich selbst anzunehmen und die Person zu leben, die du selbst bist. Dann wirst du auch genau das anziehen, was/wer zu dir passt…

Hast du dir manchmal die Frage gestellt, warum manche Menschen ihr Glück einfach nur so anziehen? Eine Möglichkeit kann sein, dass sie in Harmonie sind – mit sich selbst und damit auch mit ihrer Umwelt und dem Ganzen.

Erklärungsansatz aus der Physik

Die Physik weiß es schon längst: Jeder Gegenstand hat eine Schwingung. Diese Schwingung kann andere Gegenstände beeinflussen. Genutzt wird dies bei homöopathischen Mitteln in der Medizin oder bei der Nutzung von Heilsteinen in der alternativen Heillehre: Nicht die chemische Substanz an sich wird zur Heilung genutzt, sondern die Schwingung. So dass sich der aus dem Gleichgewicht geratene Körper wieder einschwingen und harmonisieren kann.

Ähnlich ist es mit Menschen: Es gibt Menschen, die strahlen etwas aus, mit dem du überhaupt nicht klar kommst – es liegt nicht am Geruch oder Aussehen. Von anderen Menschen fühlst du dich wiederum magisch angezogen. Wie eine Aura, die diese Menschen umgibt. Nennen wir es hier einfach Schwingung.

Wenn du nun in gleicher Schwingung bist wie jemand anderes, wirst du dich mitunter unbewusst in dieses „Schwingungsfeld einpendeln“ und die Anwesenheit des anderen als sehr angenehm empfinden.

Im Umkehrschluss bedeutet das, dass du ausstrahlst, was du anziehst.

Viele Menschen beschreiben, dass sie bestimmte Situationen oder immer wieder die gleichen Typen von Menschen anziehen. Kann das ein Zufall sein? Mittlerweile gibt es unzählige Bücher und Menschen, die beschreiben, dass es an dir liegt, was du anziehst.

Du kannst also dein Leben maßgeblich beeinflussen. Bist du in Liebe, wirst du Liebe anziehen. Bist du in Disharmonie mit dir oder der Umwelt, wird sich mitunter auch immer wieder weitere Disharmonie ergeben.

Erkärungsansatz in Religionen

In vielen Religionen wird der Zusammenhang zwischen dem eigenen Tun und was uns darauf erwartet ebenso dargestellt. Mir persönlich gefällt der buddhistische Ansatz: Aktion=Reaktion. Alles, was wir tun, kommt zu uns zurück. Ganz einfach deshalb, weil alles miteinander verbunden sei. Alles sei eins. Was du anderen antuest, tuest du damit auch dir an. Die Art wie du bist und denkst, habe also einen unmittelbaren Einfluss auf das, was dich umgibt.

Daraus kann entnommen werden, dass du dein Glück, nämlich was auf dich zukommt (Umwelt), davon abhängt, wie du selbst handelst.

Psychologischer Ansatz

Rein psychologisch gesehen gibt es einen plausiblen und simplen Erkärungsansatz:  Dein Unterbewusstsein, also all deine unbewussten Anteile, helfen dir täglich, eine Vielzahl von Dingen abzunehmen, die du bewusst, gar nicht ausüben könntest. Das meiste tust du  nämlich unbewusst.

Nicht unbekannt ist die Tatsache, dass es Menschen durch Hypnosetherapie oder Hypnose-Coaching leichter fällt, bestimmte Gewohnheiten zu verändern. Warum ist das so? Weil dabei nicht nur mit den bewussten Anteilen gearbeitet wird (wie in herkömmlichen, gesprächsbasierten Psychotherapien oder Coachings), sondern vor allem mit dem Unterbewusstsein. Dein Unterbewusstsein ist quasi die Summe deiner bisherigen Erfahrungen. Es hilft dir, es ist ein Teil von dir. Wenn du nun von etwas überzeugt bist und danach handelst, wird sich das auch in deinem Unterbewusstsein speichern. Möchtest nun etwas erreichen, sollte auch dein Unterbewusstsein davon überzeugt sein. Denn schließlich hilft es dir ja täglich. Wenn es aber von anderen Werten überzeugt ist, als du bewusst möchtest, wird es rein psychologisch gesehen zu Konflikten kommen.

Kommunikationswissenschaft bestätigt, dass jeder Mensch weitaus mehr non-verbale (unbewusste) Signale aussendet, als verbale (also durch Sprache). Manche Kommunikationswissenschaftlicher gehen soweit und behaupten, dass diese non-verbalen Signale sogar 97 Prozent ausmachen! Wenn du also bisher geglaubt hast, dass du deine Kommunikation selbst im Griff hattest, dann weißt du jetzt, dass dein bewusstes Tun mitunter nur drei Prozent deiner Kommunkation betraf. Das kann dann auch erklären, warum du bisher auf Menschen auf eine ganz bestimmte Art und Weise gewirkt hast.

Deine Lebenseinstellung, innere Haltung, deine Sichtweise zur Welt sind sehr wichtig. Fühlst du dich in Liebe und ist deine innere Haltung dementsprechend, wird aus psychologischer Sicht also dein Unterbewusstsein dafür sorgen, dass du erstens wie automatisch danach handelst, und zweitens auch nur das siehst, wovon du überzeugt bist!

Du glaubst, alles und jeder ist doof? Dann wirst du mitunter auch nur das sehen! Du bist überzeugt, dass ein liebevoller Umgang anzustreben ist? Dann wirst du wahrscheinlich auch eher ganz viele Menschen sehen, die ähnlich denken. Dein Denken erschafft dir deine Wirklichkeit!

Mehr zu diesem Thema in diesem schönen Artikel: Warum du anziehst, was du liebst, wenn du tust, was du liebst

 

Das Hohelied der Liebe

Dieser Blog ist frei von religiöser Ideologie. Dennoch finde ich es schön, in Bezug zu Liebe auch Texte aus unterschiedlichen Weltanschauungen miteinfließen zu lassen.

Denn das Schöne dabei ist die Erkenntnis, dass in fast allen Religionen die Liebe als das Größte dargestellt wird. Oft gerät das bei allen Glaubenthemen und -diskussionen in Vergessenheit!

Daher finden wir in allen Weltreligionen wunderschöne Texte zur Liebe. Mitunter nehme ich hier im Blog gerne oft Bezug zu fernöstlicher Weltsicht. Jedoch komme ich nun einmal zurück zur europäischen, christlichen Kultur: 

Ein Auszug aus dem Korintherbrief.

Aufnerksam wurde ich darauf gemacht von Jörg Diel. Danke für den Tipp! Wer kennt noch schöne Quellen?

Das Hohelied der Liebe

Wenn ich mit Menschen- und mit Engelszungen redete, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle.

Und wenn ich weissagen könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, also dass ich Berge versetzten könnte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts.

Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib verbrennen, und hätte die Liebe nicht, so wäre es mir nichts nütze.

Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht,
die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf.

Sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre,
sie lässt sich nicht verbittern, sie rechnet das Böse nicht zu,
sie erfreut sich nicht an der Ungerechtigkeit, sie erfreut sich aber der Wahrheit.
Sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.

Die Liebe hört nie auf, wo doch das Weissagen aufhören und das Sprechen aufhören und die Erkenntnis aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser Weissagen ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören.

Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein Kind und hatte kindische Anschläge – als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich war.

Jetzt sehen wir durch einen Spiegel ein dunkles Bild [der Welt], mit Liebe aber von Angesicht zu Angesicht.
Jetzt erkenne ich’s stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich bin

Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei.

Aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

(aus 1. Korintherbrief, Kapitel 13)

Einleitungstext: Nick Melekian – nick-melekian.de  |  Bildquelle: Andreas Hermsdorf  / pixelio.de

Übung: Herz öffnen, Liebe wahrnehmen

Übung zur besseren Wahrnehmung von Liebe und Empathie

Die folgende Meditationsübung ist einfach zu praktizieren, kann aber trotz der Einfachheit bei regelmäßiger Übung auf wundervolle Weise ermöglichen, Liebe universeller und tiefer wahrzunehmen. Gleichzeitig kann sie ein wunderbares Wohlgefühl voller Zufriedenheit, Wärme und Vertrauen auslösen.

Dies ist eine Übung, die gerne auch im Buddhismus angewandt wird. Vielleicht hast du ja das Bild vom Dalai Lama im Kopf, wie er meist warmherzig lächelnd auf Fotos zu sehen ist. Grundlage hierfür ist Gleichmut und Empathie. Hieraus kann die Welt anders, vor allem mit weniger Bewertungen, wahrgenommen werden. Es kann ein Liebesgefühl von großer Reichweite wachsen. Nicht nur, dass deine Umwelt dich anders wahrnimmt. Vor allem du wirst deine Umwelt viel wunderbarer und wertschätzender wahrnehmen und dich warm und herzerfüllt wohlfühlen.

Das Prinzip der Übung ist simpel: Du verbindest dich zunächst mit einem Liebesgefühl, dass dir bekannt und nahe ist. Dann lässt du es bewusst wachsen – du weitest Schritt für Schritt dein in dir bereits vorhandenes Gefühl aus, bis es auch deine Umwelt erfasst und am Ende sogar das Ganze, das Universum, das Göttliche oder wie auch immer du es nennen magst. So, dass du schließlich voll und ganz in Liebe bist. Mit allem.

Der Clou: Du lässt auch diejenigen Personen nicht aus, welche du nicht magst oder sogar ablehnst. Anfangs mag dir das ungewohnt vorkommen oder es widerstrebt dir, auch deine „Feinde“ miteinzubeziehen. Mit der Zeit wird es aber immer leichter und irgendwann kannst du auch diesen mit einem offenen Herzen entgegentreten oder an sie denken. Wichtig: Das heisst nicht, dass du deren Gedanken oder Taten unterstützt! Im Gegenteil: Du baust eine andere Energie auf, die mitunter sogar positiven Einfluss auf sie hat. Durch negative Energie, nämlich Ausgrenzung von bestimmten Personen, schadest du nämlich meist dir selbst. Versuche, durch diese Übung -ohne zu bewerten-, vollkommen in Liebe zu sein. Denke an das Lächeln des Dalai Lama 🙂

Mit der Zeit wirst du durch die hier vorgestellte Übung lernen, wie gut sich das Gefühl, in Liebe zu sein, anfühlt. Wie sich dieses Gefühl der inneren Liebe unabhängig von einem Partner wahrnehmen lässt. Ja, du wirst spüren, wie du mit jedem Menschen in Liebe sein kannst. Irgendwann bist du einfach nur in Liebe und gehst lächelnd durch den Tag, begegnest liebevoll jeglichen Situationen des Alltags und Menschen jeder Ausprägung.

Das ist die Übung

Schließe die Augen und atme langsam ein. Halte kurz den Atem und atme dann bewusst und langsam aus. Halte kurz den Atem. Wiederhole dies zwei Mal. Atme dann ganz normal weiter, lass den Atem ohne hinzutun kommen und gehen.

Lege deine Aufmerksamkeit auf deinen Bauch und Brust. Stelle dir etwas ganz wundervoll, Herzerwärmendes vor. Viele Menschen denken dabei zum Beispiel an ihr Kind oder ein Baby. Wie sie es im Arm halten oder an bestimmte Details wie beispielsweise an die lieben kleinen Füßchen oder Händchen. Es kann auch etwas anderes sein, z.B. ein junges Welpen, Kätzchen oder anders Tierbaby. Hauptsache, du verbindest dich mit einem Gefühl von Wärme, Herzlichkeit und Empathie.

Nimm dann dieses Gefühl in dir wahr. Wie fühlt sich dann dein Bauch und deine Brust an? Vielleicht spürst du eine erfüllende Wärme? Gehe ganz tief in dieses Gefühl, lass es wachsen und immer intensiver werden. Lass dieses Gefühl in dir ganz bewusst zu und wachsen.

Nun stelle dir vor, du lässt deinen ganzen Körper mit diesem Gefühl erfüllen. Als würdes du deinen ganzen Körper mit diesem liebevollen Gefühl füllen und es durch dich hindurch fließen lassen. Lächle liebevoll dabei.

Weitere Durchführung

Im weiteren Schritt, stelle dir einen für dich sehr liebevollen Menschen vor. Stelle dir vor, als würdest du dieses Liebesgefühl auf diese Person ausweiten. Lächle liebevoll dabei.

Im weiteren Schritt, stelle dir vor, dass du dieses Liebesgefühl auf alle für dich wichtigen und liebenswerten Personen ausweitest. Lächle liebevoll dabei.

Im weiteren Schritt, stelle dir vor, dass du dieses Liebesgefühl auf alle für dich wichtigen (wenn auch nicht liebenswerte) Personen ausweitest. Lächle liebevoll dabei.

Im weiteren Schritt, stelle dir vor, dass du dieses Liebesgefühl auf alle dich umgebenden Personen (nicht nur die für dich wichtigen) ausweitest. Lächle liebevoll dabei.

Im weiteren Schritt, stelle dir vor, dass du dieses Liebesgefühl auf alle dich umgebenden Personen ausweitest, auch auf diejenigen, die du gar nicht kennst. Lächle liebevoll dabei.

Im weiteren Schritt, stelle dir vor, dass du dieses Liebesgefühl auf alle dich umgebenden Personen ausweitest, diesmal ganz besonders auf diejenigen, zu denen du sogar bisher einen negativen Bezug hattest. Lächle liebevoll dabei.

Im weiteren Schritt, stelle dir vor, dass du dieses Liebesgefühl auf alles dich Umgebende  ausweitest. Verbinde dich liebevoll mit allem, was dich umgibt. Einschließlich Tiere, Pflanzen

Im weiteren Schritt, stelle dir vor, dass du dieses Liebesgefühl noch mehr ausweitest, sogar auf das Universum und das Ganze (wenn du gläubig bist, dann auch mit Gott). Lächle liebevoll dabei.

Sei eins und verbinde dich ganz bewusst mit dir, deiner Umwelt und dem Ganzen. Versuche, ganz bewusst Liebe zwischen dir, deiner Umwelt und dem Ganzen fließen zu lassen.

Spürst du das dabei entstehende Gefühl von innerer Wärme und Liebe? Vielleicht in deiner Brust- oder Bauchgegend? Oder irgendwo anders in deinem Körper? Genieße diesen wundervollen Zustand. Lächle liebevoll dabei.

Bevor du die Augen wieder aufmachst, bedanke dich für dieses schöne Erlebnis und Gefühl, öffne die Augen, atme kurz ein und aus. Lächle

🙂

Buchempfehlung: Die vierzig Geheimnisse der Liebe (von Elif Shafak)

Wundervoller Roman über den bekannten Sufi-Dichter Rumi, seinem spirituellen Gefährten Schams und vierzig Gedanken zur Liebe

Liest du gerne vor dem Einschlafen einen schönen Roman, der sich flüssig lesen lässt und zum Träumen einlädt? Und gleichzeitig beschwingende Tiefgründigkeit beinhaltet? Der Roman Die vierzig Geheimnisse der Liebe verzückt nicht nur durch sein liebevoll gestaltetes, äußeres Erscheinungsbild. Er begeistert vor allem durch eine für Westeuropäer kulturell fremde Romanhandlung im nahen Osten des 13. Jahrhunderts in Kombination mit Weisheiten, die zum Nachdenken anregen.

Die Lektüre lebt von verschiedenen Romanfiguren und deren unterschiedlicher Sichtweise: So hat der Leser die Möglichkeit, Weltbilder, Kulturen und Religionen systemisch aus den verschiedensten Blickwinkeln zu erleben. Elif Shafak lässt ihre Charakteren die gleichen Situationen abwechselnd aus unterschiedlichen Blickwinkeln erzählen und so eine Gesamthandlung mit Weitsicht entstehen. Der Leser schlüpft in die teilhabenden Charaktere und erlebt hautnah, wie gleiche Situationen vollkommen unterschiedlich wahrgenommen werden können.

Es laufen parallel zwei in sich verzahnte Handlungsstränge ab: Die eine Handlung im bereits erwähnten Mittelalter zwischen Tadschikistan, dem heutigen Afghanistan sowie der heutigen Türkei. Die andere in der Neuzeit an der Ostküste der USA.

Der Leser lernt die Weltsicht des Sufismus* kennen, dessen Hauptfigur, ein Wanderderwisch zu Zeiten des Mittelalters namens Schams, von seiner Einstellung, seinem Lebensweg und seiner Sicht der Liebe erzählt. Das alles findet statt im schon damaligen Spannungsfeld unterschiedlicher Religionen, Auslegungen und kriegerischen Auseinandersetzungen. Im Roman macht sich der gebildete Derwisch Schams keine Freunde, weil er Konventionen oft bewusst bricht, um seine Umwelt zum Nachdenken zu bewegen, oder, weil er einfach aus seiner Weltsicht heraus konventionslos handelt. Gleichzeitig hegt er das Vertrauen, das alles kommt, wie es kommen muss.

*(Als Mystiker sind für Sufis nicht vom Menschen niedergeschriebene, religiöse Vorschriften die alleinige Orientierungsquelle, sondern eine direkte Unmittelbarkeit zu Gott/dem Ganzen. Wege, dies zu erreichen, finden sie in Meditation, Askese oder auch Ekstase)

Der Roman zeigt einen Wendepunkt im Leben von Schams, an welchem er sich einen Weggefährten erhofft, mit dem er sich -auf gleichgesinnter, hoher, geistig-verbundener Ebene- austauschen und Erfahrungen teilen kann. Der Zufall will es, dass an einem anderen Ort der berühmte Mystiker und spätere Dichter Rumi nach Gleichem sucht. Es treffen von außen betrachtet zwei sehr unterschiedliche Menschen aufeinander – der eine unbekannt, geduldet und ohne materiellen Besitz, der andere angesehen, berühmt und materiell wohlhabend.

Sie erkennen jedoch schon beim ersten Treffen, dass es ihr sehnlichster Wunsch ist, sich einander auszutauschen und verschmelzen schon bald zu einer tiefen, symbiotischen, geistig-spirituellen Freundschaft. Man könnte auch von einem Einssein zweier Menschen sprechen – zweier Männer, die erst im Gemeinsamen erleben, spirituell ankommen.

In dem parallelen Handlungsstrang der Neuzeit wird das Leben der amerikanischen Lektorin Ella durch genau diesen Roman über Schams und Rumi stark beeinflusst und am Ende vollkommen neu geordnet: Sie sucht den Austausch mit dem Autor und verliebt sich in ihn. Es kommt zu einer tiefen Verbundenheit und Erfahrungen, welche ihr zuvor unglückliches Leben, ihre bisherige Familienwelt sowie ihre bis dahin gelebte Rolle als fürsorgliche, angepasste Mutter und Ehefrau gehörig ins Wanken bringt.

Die im Titel des Buches angekündigten vierzig Weisheiten und Gedanken zur Liebe werden auf die ca. 500 Seiten des Romans verstreut und verstecken sich in Gestalt von Schams‘ Gedanken, die er kontextbezogen Stück für Stück, von sich preisgibt.

Es mag zum Thema Liebe kraftvollere Bücher geben. Gleichwohl ist dieser Roman eine wundervolle und gekonnt geschriebene Lektüre. Überdies regt das Buch zum Nachdenken an und versucht, den Horizont der eigenen Wahrnehmung zu erweitern. Dies ermöglicht Elif Shafak auf spannende Art und Weise, in dem sie ein und dieselbe Geschichte durch die Augen verschiedenster Menschen betrachten lässt.

Systemisch arbeitende Therapeuten und Berater werden sich bei dieser Art der Romangestaltung mitunter an ihre Arbeit erinnert fühlen. Generell kann sich der Leser so, unabhängig von der ohnehin schönen Geschichte, von Kapitel zu Kapitel auf die nächste Sichtweise freuen.

Erfahre hier mehr über diesen Roman:

Was ist für dich Liebe, Schatz?

Liebe und Liebesbeziehung

In Gesprächen zwischen Mann und Frau kommt manchmal in Kennenlernsituationen oder bestehenen Beziehungen die Frage auf, was für den anderen Liebe bedeute. Gemeint ist dabei aber eigentlich, wie sich der andere eine Liebesbeziehung vorstellt.

Liebe an sich

Liebe zu beschreiben ist komplex, denn womöglich erlebt jeder Mensch dieses wunderbare Gefühl anders. In einem früheren Beitrag ging es daraum, Liebe zu beschreiben. Liebe auch zu trennen von dem reinen Gefühl der Zuneigung zu einer anderen Person. Liebe also als etwas wahrzunehmen und zu leben, was vollkommen unabhängig von anderen Personen bestehen kann. In einem anderen Beitrag ging es darum, Liebe nicht zu verwechseln mit Beziehungsabhängigkeit (eine sehr häufige Interpretation von Liebe).

Eine der wichtigsten Eigenschaften von Liebe ist Bedingungslosigkeit. Liebe ist nicht abhängig von einer anderen Person oder einer Gegenleistung. Wer in wahrer Liebe ist, fühlt sie und lebt sie. Handlungen aus dieser Liebe heraus, zum Beispiel Geschenke oder Liebesbekundungen, werden also getan, weil man fühlt, dass man dies oder das geben möchte. Aus einem wunderbaren warmen Gefühl heraus. Nicht, weil man etwas erwartet.

Wer sich auch nur im leistesten dahinter erhofft, eine Gegenleistung zu erhalten, handelt nicht mehr aus wahrer Liebe heraus. Dann könnte man eher von Verzweiflung sprechen, etwas zu tun, um selbst etwas Zuneigung zurück zu bekommen! Wenn zwei Menschen sich lieben, werden beide Menschen geben wollen. Ganz auf Ihre Art. In der Menge, wie es sich für sie gut anfühlt. Wichtig dabei ist, zu unterscheiden, zwischen den Handlungen, die aus Liebe heraus erfolgen, und denjenigen, die entweder unbewusst oder gar berechnend erfolgen. Jedes hoffen, wann der andere denn nun endlich eine SMS zurückschreibt oder denn endlich nun auch ein schönes Kompliment im Gegenzug macht, geschieht nicht aus wahrer Liebe. Das mag eher ein Tauschhandel sein: „Ich gebe Dir dies, nun gib du mir das!“. Wahre Liebe aber ist bedingungslos.

Liebesbeziehung und die Eigenschaft Vertrauen

Liebe ist das übergeordnete Gefühl, das auch dafür verantwortlich ist, warum in der Regel zwei Menschen überhaupt zusammenkommen…eine Liebesbeziehung ist somit eine Ausprägung der Liebe.

Wenn nun der eine den anderen fragt, was für den anderen Liebe sei, meint er oder sie wohl eher: „Was wünschst du dir in einer (oder unserer) Liebesbeziehung?“. Eine der wichtigsten Eigenschaften einer Beziehung ist wohl Vertrauen. Warum gibt es Eifersucht? Warum wartet der andere ganz nervös darauf, dass der andere endlich ein Lebenszeichen von sich gibt, nachdem ja schon 2 Stunden vergangen sind, seit dem letzten Kontakt! Möglicherweise gibt es einen Mangel an Vertrauen. Denn im gleichen Zuge wird mitunter gedacht: „Liebt er/sie mich wirklich?“. Eine Erklärung könnte sein, dass das eigene Selbstbewusstsein da spricht und einem nur zeigt, wo in die eigenen Schwachstellen sind. Das Verhalten des anderen wird zum Anlass genommen, von sich selbst abzulenken, anstatt seine eigenen Gefühle zu reflektieren: Warum habe ich Eifersucht? Warum zweifle ich sogleich die Zuneigung zu mir im Gesamten an? Was hat mein Zweifeln mit mir zu tun?

Ein Paar, das bedingungslos in Liebe ist (beide sind also in Liebe miteinander, aber nicht abhängig von der anderen Person) und in dessen Liebesbeziehung Vertrauen vorherrscht, wird den Partner ziehen lassen, wo auch immer er/sie geht. Und beide Partner wissen, das, was untereinander vereinbart wurde, eingehalten wird. Wenn der andere eine Vereinbarung nicht mehr so haben möchte, dann spricht er dies offen und ehrlich an. Daraus kann eine neue Vereinbarung entstehen. Vertrauen liegt somit einem ausgesprochenen oder unausgesprochenen Vertrag zugrunde. Ein Beispiel für solche ein Vertrag könnte die Vereinbarung sein, dem anderen treu zu sein. Vertrauen beruhigt. Vertrauen ist die Grundlage einer jeden guten Beziehung ist Vertrauen. Ist Vertrauen zu wenig vorhanden, kommt es zu Stress jeglicher Ausdrucksform. Die Beziehung wird eventuell angezweifelt. Dies kann sich ausdrücken anhand von Eifersucht.

Dabei geht es aber gar nicht zwingend um Liebe, sondern oft um Vereinbarungen innerhalb von Liebesbeziehungen. Und es geht um die eigene Person: Denn bei zwei unterschiedlichen Personen in gleicher Situation kann sich ein Gefühl vollkommen anders ausprägen.

Lebst du eine vertrauensvolle Beziehung und in echter Liebe in Dir?